Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- G. H., Karlsruhe
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 409 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316797--20381-2343319- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Briefkasten. 409 g c f e f f c n Jsaae Weiß ist Gegenstand eiilgehender Erhebungen gewesen. Das Ergebnis derselben war ein solches, daß die bezüglichen Zeitungsberichte sich als unzutreffend erwiesen und zu einem Vorgehen seitens unseres Vereins kein ausreichender Anlaß vorlag. * <E. M., Heidelberg. Daß seit dem Jahre 1889 nicht nur in Preußen, sondern auch in den meisten übrigen deutschen Bundesstaaten, trotz des Mangels an aktiven Sanitätsoffizieren, Juden zu diesen Stellungen nicht mehr gelairgen, wird nicht nur von jüdischer Seite beklagt. Jur Königreich Sachsen nahm der letzte aktive jüdische Sanitätsoffizier, Oberstabsarzt I)r. Lehmannbeer, 1871 seinen Abschied, als die Leitung des Sanitätswesens des 12. sächsischen Armeekorps dem preußischen Generalarzt Dr. Roth üb er trag cm wurde. In der bayerischen Armee konnte ein jüdischer Militärarzt eine hohe Stellung bis zum Jahre 1888 behaupten, der erst vor einigen Wochen im 86. Lebensjahre in Straßburg verstorbene G c ii e r a l a r zt vr. D a v i d U 1 l m a n u, der vom Jahre 1849. bis 1888 der aktiven Armee angehört hat. 1866 zum 'Regimentsarzt befördert, hat Utlmann in den beiden Kriegen eine verdienstvolle Tätigkeit entwickelt, die durch Verleihung des Ritterkreuzes 2. Klasse des Militär- Verdienstordens anerkannt wurde. — lieber die gänzliche Ausschaltung der Juden aus dem - aktiven p r e u ß i s ch e n Sanitätskorps schreibt der „Frankfurter Zeitung" ein früherer Militärarzt: „Früher war man nicht so engherzig. Als ich als junger Assistenzarzt in die Armee eintrat, gab es verhältnismäßig viele jüdische Militärärzte, die alle etwas leisteten ltub darum auch alle angesehen waren. Es ist mir nie aufgefallen, daß sie etwa, weil sie Juden waren, Schwierigkeiten in ihrer Stellung namentlich den Mannschaften gegenüber hatten, im Gegenteil, sie waren burcf)iucci; beliebt. Einige Streber unter ihnen ließen sich ja leider taufen, um vielleicht eine bessere Laufbahn zu haben. Sie erreichten aber damit fast durchweg das Gegenteil.. Leider wurde aber später, etwa seit 1898, auch den jüdischen aktiven Militärärzten das Leben sauer gemacht, und die Armee wurde auch in dieser Be-