Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- P. S., Frankfurt
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 408 (sequence 2)
- Language
- German
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40g Im deutschen Reich. Nur Herren, welche eine längere Tätigkeit in gleicher Eigenschaft Nachweisen können mit) über gute Referenzen verfügen, wollen Off. mit Zeugnisabschr., Bild, Alters- und Gehaltsangabe einreichen." — Wir wundern uns, daß noch viele jüdische Dainen in Frankfurt a. M. trotzdern dieser Firma, deren antisemitische Geschäftsleitilng dort seit längerer Zeit bekannt sein soll, ihre Kundschaft zürnenden. Es fehlt doch in Frankfurt ft. M. wahrlich nicht an Geschäften, in denen jüdische Damen bei mindestens gleicher Auswahl preiswerte Waren finden, ohne solche Geschäftsinhaber zu. bereichern!, die sich nicht scheuen, öffentlich judenfeindliche Gesinnungen kundzugeben. — Aehntich verhält es sich mit dem Gardinen-, Möbelmit) Teppich geschärt B. H. Gramst in Stettin, das ohne Rücksicht aus seine jüdische Kundschaft öffentliche Anzeigen erläßt, in denen es christliche Verkäufer sucht. Die jüdischen Damen sollten wirklich so viel Korpsgeist besitzen, derartigen Geschäftsleuten fühlbar zu machen, daß diese Schädigungen ihrer Glaubensgenossen sie nicht gleichgültig lassen. - Herr M. S ch neider in Posen versendet mit der Neberschrist „Wichtig" Zirkulare, in denen er sein Lager in Kleiderstoffen, Getreide-Strohsäcken, Pferde- und Arbeiterschlafdecken als größtes deutsches „ch r i st - l i ch e s" Geschäft, das sich der „ganz besonderen Empfehlung der Königlichen Ausiedtungstommission" erfreue, anpreist. Ob die „konfessionellen" Säcke besonders haltbar und die Pferdedecken besonders wärmend sind, ist ttns mindestens zweifelhaft. Die Arbeiter, die in konfessioneller Beziehung meistens vorurteilsfreier als die besitzenden Klassen sind, dürften sich unter in jüdischen Geschäften gekauften Schlafdecken mindestens ebenso wohl fühlen als unter den „christlichen" des Herrn Schneider. Die in seinem Geschäft außer den Getreidesäcken und Schlafdecken vorhandene „Kinderkonfektion und christliche Damengarderobe" sollte g.e s i n uit u g s t ü ch tigen jüdischen Damen Posens nicht begehrensrvert erscheinen. rk- G. Kaxlsxuhc. Die in mehreren Blättern dem Amtsgericht Heidelberg zürn Borwurf gemachte beleidigende Behandlung des verhafteten j ü d i s ch c u K! c m p u e r -