Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- Wahrer Patriotismus
- Date
- 1910-04-01
- Page
- 349 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. ‘>49 der weiteren Ausführungen, die sich auf die tatkräftige Beteiligung der althebräischen Prophetengestalten an den Kämpfen beziehen, die ihr Volk für seine Unabhängigkeit auszufechten hatte, verweist der.Bonner Gelehrte besonders auf Jesaia, den schon Hieronymus den „Demosthenes Israels" genannt habe. Der große Prophet habe sich insbesondere die Trennung seines Volkes im n a t i 0 n a l e-n Sinne beklagt und noch ergreifender fast, meint König, tönen uns aus den Reden Jeremias die Zeugnisse des innigsten Patriotismus entgegen. Trotzdem sei in neuester Zeit gerade bei Jeremias die Echtheit des Patriotismus bezweifelt und sogar von Max Duncker die Behauptung aufgestellt worden, daß er im Solde der Babylonier gestanden habe. Das sei aber eine Anklage, die sich aus folgender Erwägung als eine ungerechte erweisen lasse: „Wahrer Patriotismus zeigt sich nicht darin, daß man den materialistischen Volksinstinkten huldigt und den Horizont der Zukunft dem Volke in rosigen Farben malt. In Zeiten der verdienten oder unverschuldeten Demütigung eines Volkes ist es oie Aufgabe des wahren Vaterlandsfreundes, durch die Tugend der Selbsterkenntnis und der Geduld den Massen voranzuleuchten, um sie durch den dunklen Abgrund des Unglücks zu der Höhe empor zu leiten, wo dem Vaterlande das Morgenrot einer besseren Zukunft entgegenslammt." Der christliche Verfasser des Artikels „Patriotismus", der diese Tugend den alLhebräischen Propheten so warm nachrühmt, kommt zu dem Schlüsse: „Auch für die Zeiten des nationalen Tiefganges, wie sie unserm Volke erspart bleiben mögen, tönt aus den patriotischen Reden und dem Verhalten jener Männer mächtig der Lrostvolle Zuruf hervor: Auf, hin zu dem Jungbrunnen der Selbsterkenntnis, aus dem allein eine Erneuerung der nationalen Kraft geschöpft und das Auge rein gebadet werden kann für das Erschauen des wahren Volksglückes." * Tierquälerei und SchLcbLverbot. - Die „Duisburger Volkszeitnng" schreibt: „Die Bestrebungen, - welche auf eine Verschärfung des geltenden Strafrechts für Mißhandlung von Tieren gerichtet sind, sind im allgemeinen ebenso berechtigt wie verdienstlich. Es kann aber nicht geleugnet werden, daß diese Bestrebungen