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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 188

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
Die Reichstags-Ersatzwahl in Eisenach-Dermbach
Date
1910-03-01
Page
188 (sequence 2)
Language
German
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\3;ut deutschen Reich. iifemtien entrissen wurde. Und Ruhe, allerdings eine dumpfe Grabesruhe herrscht auch in den Kreisen der „Wirtschaftlichen Bereinigung" nach der Wahl. Eine empfindliche Niederlage ist den Anhängern Schacks im zweiten weimarischen Wahlkreis beigebracht worden. Ist doch die Zahl der Stimmen, welche für den antisemitischen Kandidaten abgegeben wurden, von 6985 im Jahre 1907 auf 4361 bei der Wahl am 29. Januar 1910 zurückgegangen. Und ein solcher Rückgang der Stimmen trotz einer gewaltigen Agitation, trotz aller Künste und Schliche, die angewandt wurden! Man suchte zunächst die Wahl möglichst lange hinauszufchieben, damit der Schack- Skandal erst ein wenig in Vergessenheit gerate. Alle die alten Mittel, die sich früher gut bewährt hatten, wurden auch diesmal angewandt, um im hiesigen Wahlkreis Stimmen zu fangen. Daß die vereinigten Antisemiten, Konservativen und Bündler sich als „Bereinigte nationale Parteien" bezeichneten, sei nur nebenbei erwähnt. Auch diesmal spielten sich die Antisemiten als die Partei der Handwerker und des Mittelstandes auf. Die einzelnen Gruppen der Handwerker wurden durch Karten zu Versammlungen der „Bereinigten nationalen Parteien" geladen. Hier konnte der Parteisekretär der Antisemiten, Herr Hennigsen, dann ungestört dem kleinen Häuflein der Erschienenen die großen Verdienste der „Wirtschaftlichen Vereinigung" um das Handwerk und um den Mittelstand in den glänzendsten Farben schildern. — Und dennoch dieses klägliche Resultat! In Eisenach wurden für die vereinigten Antisemiten, Konservativen und Bündler 386 Stimmen abgegeben, während es Herr Schack noch auf 578 gebracht hatte. Aber nicht nur in Eisenach, sondern selbst in den ländlichen Bezirken hat die Wirtschaftliche Vereinigung jeden Boden verloren. Das beste Beispiel bietet der kleine Ort Dankmarshausen, der stets als eine Hochburg der Antisemiten galt. Hier ging die Zahl der antisemitischen Stimmen von 191 (1907) auf 116 zurück. Dasselbe Bild bietet eine große Anzahl der ländlichen Wahlbezirke. Der gesunde Kern unserer Bevölkerung hat gezeigt, daß er nicht länger gewillt sei, sich von den Versprechungen der antisemitischen Worthelden umgarnen zu lassen. Die aufklärende Arbeit, die von allen Seiten angewandt worden ist, um den reaktionären antisemitischen Kandidaten aus dem hiesigen Wahlkreise zu verdrängen, hat gute

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