Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- C. M., Berlin
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 183 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten. 183 Hänseleien, Beschimpfungen und Mißhandlungen von mehreren Kameraden in solche Verzweiflung gebracht worden ist, daß er sich mit einer Platzpatrone durch die Achselhöhle ins Herz zu schießen suchte. Er ist zunächst ins Thorner Lazarett, später nach Danzig gebracht worden, lieber den Verlauf der Untersuchung war bis jetzt nur zu erfahren, daß die Ermittelungen noch schweben. Sobald diese abgeschlossen sind, soll über den Verlauf der Sache berichtet werden, die wir fortdauernd im Auge behalten werden. * £. G., Berlin. Wir haben von den Berichten über den anr 10. Januar von dem Verein Deutscher Studenten zu Berlin ab gehaltenen Reichskommers deshalb keine Notiz genommen, weil die Bedeutung dieser Kundgebung sich mit der Zeit mehr und mehr vermindert hat, auch unter den in diesem Jahre geladenen Ehrengästen solche Männer sich befanden, von denen wir ohne weiteres annehmen müssen, daß sie weder mit der antisemitischen Tendenzrede des stuck, iur. Karl Maßmann einverstanden noch davon erbaut ivaren, daß in dieser Versammlung in echt antisemitischchauvinistischer Verirrung den Deutschen ein förmliches Armutszeugnis ausgestellt wurde. Wir wollen Ihnen aber den Gefallen tun, den Kernpunkt der Maßmannschen Tendenzrede niedriger zu hängen: „In dem Kampfe um unser deutsches Volkstum sehen wir den gefährlichsten Feind in jenem heimatlosen Volke, das durch Veranlagung, Geschichte und Kultur angewiesen ist auf den internationalen, kosmopolitischen Geist. Die Vereine Deutscher Studenten sind antisemitisch; aber unser Antisemitismus ist mehr als die äußerliche Abneigung gegen die Kinder eines fremden Volkes; er ist für uns eine Frage der Weltanschauung. Zu unserer Stellungnahme treibt uns nicht blinder Haß gegen eine fremde Rasse, sondern die sorgende Liebe zum eigenen Volke, das wir schützen und bewahren müssen vor innerer Zersetzung/' -— Schade, daß Heinrich Heine nicht mehr lebt, der vor langer Zeit schon eine Maßmannsche „Deutschtümelei^ zum Gegenstand des Spottes machte. Der antisemitische Jüngling mit der