Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- H. G., Berlin
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 182 (sequence 2)
- Language
- German
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182 Im deutscher! Reich. sein, wie viele holländische Juden in früheren Jahrzehnten ihr Vermögen in russischen Papieren angelegt haben, und wie gern sie nach den Pogromen diese Papiere auf den Markt geworfen hätten, wenn sie nicht gefürchtet hätten, zu ihrem eigenen Nachteile die Preise zu drücken. Ihnen und vielen deutschen Juden könnte es nur angenehm sein, wenn jetzt die französischen Chauvinisten dem russischen Geldmangel abhelfen und den Kurs der russischen Papiere auf eine Höhe bringen würden, der ihnen erwünscht sein muß. * G. D., Berlin. Die konservative „S ch l esische Ztg." hat am 9. d:. M. eine Notiz der „Neuen jüdischen Korrespondenz" über die überaus traurige Lage der nach Argentinien geflüchteten russischen Juden wörtlich abgedruckt und daran nachstehende, an Gehässigkeit von dem ärgsten Antisemitenblait nicht zu übertreffende Bemerkung geknüpft: „Die armen russischen Juden! Was sie an Meuchelmorden bisher schon verübt haben, und wie sie überhaupt die a n a r ch i st i s ch e n Theorien allenthalben in die Tat übersetzen, das zeigt die Geschichte der letzten Jahrzehnte zur Genüge. Aber trotzdem darf'ihnen nach der Ansicht der jüdischen Presse nirgends das blutige Handwerk gelegt werden. .Dies Kind — kein Engel ist so rein!'" Ohne irgendeinen Anlaß werden so die ins Elend hinausgetriebenen russischen Einwanderer von der für Staat und Kirche begeisterten „Schlesischen Zeitung" verleumdet und beschimpft. Diese echte Antisemitenmoral eines weit verbreiteten konservativen Organs kann der konservativen Partei weder zur Ehre noch zum Nutzen gereichen. * L. A7., Berlin. Ueber den Selb st m o r d v e r s u ch des im Lazarett zu Danzig befindlichen jüdischen Rekruten Herrn a n n P i ck aus B ü t o w sind die Akten noch nicht geschlossen. So viel steht fest, daß Pick durch fortgesetzte antisemitische