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Im deutschen Reich · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. 123

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
P. L., Magdeburg
Date
1910-02-01
Page
123 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten. 123 vereinen vielfach angepriesenen Schußmethode besitzt, beweist ein Unglücksfall, der sich am 4. d. M. auf dem Schlachthofe Zu Malmö ereignet hat. Die „Jüdische- Presse" entnimmt dem „Skanska Dagbladet" folgende Mitteilung: „Der sechsjährige Sohn des Schlächtermeisters Otto Nilsson, Gustaf, ist im hiesigen Schlachthofe durch einen Schuß, der eine Kuh töten sollte, zu Tode gekommen. Der diensttuende Beamte hatte den Schußapparat angesetzt, da machte die Kuh eine Bewegung mit dem Kopfe, der Schuß ging los und traf den Gustaf N. in die Bauchhöhle. Er wurde nachdem Krankenhaus gebracht, starb aber auf dem Wege dahin." Wenn zur Abschwächung des Eindrucks, den der Vorfall Hervorruf, darauf hingewiesen wird, daß seit dem Bestehen des Schlachthofes in Malmö auf demselben außerordentlich viele Schüsse abgegeben wurden, ohne daß sich ein solcher Unglücksfall ereignet hat, so wird jeder halbwegs Einsichtige sich sagen, daß, wenn bei so vielen Schüssen auch nur ein einziges Menschenleben vernichtet wird, diese Schlachtmethode, nicht wie dies oft geschieht, als eine ideale bezeichnet werden kann. A. Ll., Bochum. Für die gef. Uebersendung der Nr. 1 des im Scherlschen Verlage erscheinenden „Allgemeinen Wegweiser für jede Familie" sind wir Ihnen dankbar. Wir sind mit Ihnen einer Meinung, daß in dem ersten Kapitel des darin veröffentlichten Romans „Familie Piepenstähl" der Jude eine sehr ungünstige Rolle spielt und eine solche- Darstellung in einem weitverbreiteten Blatt geeignet ist, in manchen Volksschichten Vorurteile, die im Schwinden begriffen sind, wieder aufzufrischen. Wie weit man berechtigt ist, von dieser Darstellung auf eine antisemitische Tendenz des Verfassers zu schließen, wird sich aber wohl erst aus den weiteren Lieferungen des Romans ergeben. M. G., Görlitz. Wie es mit dem gemäßigten Antisemitismus der „Täglichen R u n d s ch a u" bestellt ist, können Sie daraus entnehmen, daß sogar unter der Rubrik „Haus- und Ziergarten" der „fachwissenschaftliche" Redakteur nachstehenden Kohl produziert: „Die Zionisten wollen wieder unter Palmen wandeln, was eine Wohltat für sie wäre und für uns. Einstweilen waren sie auf dem Hamburger Kongreß recht menschenfreundlich und wohltätig. Warum? Weil sie doch so redeten mit den Armen." — Au!

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