Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- Zittau
- Date
- 1910-02-01
- Page
- 111 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrejpoudenzen. 111 der Landwirte, wacker die Steigbügel gehalten, höchst bedenklich war, hatte sich Herr Gräfe als bewährten Einpauker- Herrn Reichstagsabg. Zimmermann verschrieben, der ob der sachlichen Ausführungen des freisinnigen Parteisekretärs in wilde Wut verfallen schien, die sich in höchst unsachlichen persönlichen Anrempeleien, mit Stentorstimme hinausgebrüllt, Luft machte. Die Versammlung endete erst 1 Uhr nachts. Ueberblickt man den Totaleindruck derselben, so bedeutet derselbe eine ganz klägliche Niederlage der Reformer!" F pattem, 5. Januar. Der Magistrat ist dem Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom 16. Dezember v. I., das Schächten im hiesigen Schlachthofe auf den Bedarf der hiesigen Juden an koscherem Fleische einzuschränken, nicht beigetreten. Er ist der Ansicht, daß sich der Beschluß in der Praxis nicht durchführen läßt. AUüxnbexQ, 2. Januar. Am 14. v. M. ist das Ehrenmitglied unseres Central-Vereins, Geh. Hofrat Gustav Josephthal in Nürnberg, aus seinem Amte als Vorsitzender der Verwaltung der Kultus gemeinde geschieden, das er fast 40 Jahre hindurch innegehabt hat. Von der Verwaltung wurde in einer deni Scheidenden überreichten Adresse die vollste Anerkennung der großen Verdienste, die dieser sich um die Kultus gemeinde erworben hat, in dankbarer Weise zum Ausdruck gebracht. — Dem Unteroffizier der Reserve der bayerischen Feldartillerie Katz e n ftei n ist für die von ihm als Einjahrig-Freiwilligen im 8. Feldartillerie-Regiment im Main bei Sackenbach vollzogene Rettung eines Soldaten vom Tode des Ertrinkens die Anerkennung des Kriegsministeriums ausgesprochen worden. x pxagr 2. Januar. Aus Budweis wurde kürzlich dem „Prager Tageblatt" berichtet, das Organ der Budweiser czechischen Klerikalen „Hlas lidu“ habe unter der Ueberschrift „Blut" nachstehende Mitteilung veröffentlicht: „In der Stadt zirkuliert das Gerücht, daß bei einer jüdischen Familie das Dienstmädchen durchgegangen sei, weil es die Ueberzeugung gewann, es werde ihr des Nachts Blut abgezapft; sie sei infolgedessen ganz geschwächt. Das Nähere wird die eingeleitete Untersuchung ergeben." — Auf eine bezügliche Anfrage an maßgebender Stelle wurde dem „Prager Tageblatt" mitgeteilt, daß die betreffende Nachricht total erfunden ist.