Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- Dresden
- Date
- 1910-02-01
- Page
- 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Im deutschen Reich. setzt worden. — Im hiesigen Tivolisaale hielt am 15. d. M. der wiederaufgetanchte Rektor a. D. Hermann Ahlwardt einen Bortrag. Er scheint also den Kalibergbail nicht mehr einträglich genug zu finden und sich wieder für 20 Pfennig Eintrittsgeld der Politik zuwenden zu wollen, zunächst in Sachsen, dessen Bewohner, wie er sagte, leichter für eine große Idee zu haben seien. Zunächst wolle er, mu die Herausgabe seiner Schriften 51t ermöglichen, eine G. m. b. H. gründen. Dann ging der „Rektor" nicht mit den Juden, sondern mit den Jesuiten ins Gericht. Sein ehemaliger antisemitischer Gesinnungsgenosse Mar Bewer in Laubegast bei Dresden sei der gefährlichste Förderer der Jesuiten. Die Engländerhetze in Deutschland sei Jesuitenwerk und der Häckelbund sowie viele Todesfälle, wie z. B. der des Professors Dr. Hasse in Leipzig, des Kaisers Josef sowie der des Grasen Hülsen-Häseler in Donaueschingen sei auf das Konto der Jesuiten zu setzen. Ein berühmtes Gift der Jesuiten sei Aguatoffana, das nicht immer tödlich zu wirken brauche, sondern unwiderstehlich zu sittlichen Verfehlungen aufreize. Auch Triolen-Schack sei zu den sittlichen Verfehlungen durch das sogenannte „Luisenwasser" veranlaßt worden. Mehr unfreiwilligen Humor kann man für 20 Pfennige nicht verlangen. cf Rittern, 4. Januar, lieber eine antisemitische Versammlung in der Kreisstadt Bautzen bringt die „Zittauer Morgenzeitung" einen längeren Bericht, in dem u. a. gesagt wird: „Der Stern der Antisemiten in Sachsen steht kurz vor seinem Untergange. Alle Versuche, das nur noch trübe brennende Lebenslichtlein der sächsischen Reformpartei noch einmal aufflammen zu lassen, scheitern. Im verzweifelten Todeskampfe sucht man zu retten, was noch zu retten ist. Der dritte Wahlkreis Bautzen-Kamenz ist die Rettungsplanke, an die sich die „Zimmermänner" vor der großen liberalen Sintflut zu retten suchen. Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe hatte sich Herr Reichstagsabg. Gräfe das Herz gefaßt, den ob solch gefährlichen Beginnens schier baß erstaunten Bautznern Bericht über seine Tätigkeit im Reichstage zn erstatten. Da die Sache aber wegen der allgemeinen Mißstimmung im Volke über die Reichssinanzreform, bei der ja die Antisemiten ihrem Meister mnd Herrn, dem Bund