Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- Patria! [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 55 (sequence 1)
- Language
- German
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Bücherschaii. Znch erschau. paixtal Jahrbücher für Kultur und Freiheit. ' 10. Baud. 1910. Buchverlag der „Hilfe", Berlin-Schöneberg. Preis 4 M. Das vorliegende Buch ist gewisfermaßen eine Jubiläumsschrist, der zehnte Band der zunächst als Jahrbuch der Naumauuschen „Hilfe" erfchieneneu „Bücher für Kultur und Freiheit". Nicht mit Unrecht nennt sie Naumann so: denn sie bringen in der Tat in der reichen Mannigfaltigkeit ihres Inhalts für jeden, der an den Kulturbewegungen der Gegenwart teilnimmt und sie im liberalen Sinne anzuschauen gewohnt ist, eine Fülle von anregenden und lehrreichen Betrachtungen über die Politik der letzten Zeit (aber auch diese von einer höheren Warte aus gesehen) und wissenschaftliche, künstlerische und ästhetische Abhandlungen. Von den Aufsätzen, die das Buch enthält (Fr. Naumann: Ein politisches Volk. Conrad Haußmann: Die Blockepisode. Paul Rohrbach: lim. den Stillen Ocean. Ernst Jäkh: Friedrich List als Orientprophet. Martin Bade: Religion und exakte Naturwissenschaft. Julius Smend: Kirchenmusik. Theodor Heus;: Zur Aesthetik der Karikatur. Paul Schubring: Italienischer Brunnen. Auguste Hauschner: Der Doktorschmaus, Novelle), wird die Leser unserer Zeitschrift am meisten der von Naumann selbst verfaßte über „S t a a t u n d K i r ch e" interessieren, der in feinen geschichtlichen Darlegungen und in seinen Folgerungen höchst beachtenswert erscheint. Naumann, als Theologe unb Politiker besonders berufen für Besprechung dieser Frage, verfolgt das Verhältnis von Staat und Kirche durch die Jahrhunderte und zeigt, wie der Streit zwischen beiden Mächten uralt ist und in keiner Zeit zu einein wirklichen Frieden gekommen ist. Und was in den Jahrhunderten des Mittelalters, der starken Kirche und schwachen Staaten nicht möglich war, was selbst damals, als der Grundsatz herrschte: ..cuius regio eins religio"' sich nicht durchsetzen ließ, hat auch später, als die Staaten mächtiger und suveräner wurden, sich nicht erzwingen lassen. „Die Lösung der Schwierigkeit beruhte eben auf der Voraussetzung der Glanbensgemeinschast aller Staatsbürger, und sie hat sich nicht aufrechterhaüen lassen", und läßt sich setzt in dem Zeitalter der FreiziwD^it,