Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- L. N., Frankfurt a. M.
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 54 (sequence 2)
- Language
- German
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Im deutsches! Reich. 7.4 Wirken. Bei der sonst einwandsfreien Tendenz des Wiesbadener Tageblattes war dies befremdlich. Der Chefredakteur des genannten Tageblattes, . von der Ortsgruppe Wies-. baden auf den verletzenden Eindruck aufmerksam gemacht, den ein derartiger Artikel machen müsse, erteilte darauf die Zusicherung, daß weder er noch sein Feuilleton-Redakteur antisemitische Tendenzen hege. Letzterer habe den Artikel nicht für eine antisemitische Mache gehalten. Dies wurde von nnserm Vertrauensmann zwar sofort nachgewtesen, aber die Gegenbemerkung des Redakteurs lautete ungefähr so, daß die Juden in bezug auf ähnliche, in die Zeitungen gelangende Angelegenheiten doch etwas zu. nervös seien. Derartiges berechtigt zu der Annahme, daß wir Juden allen Grund haben, unsere Feinfühligkeit bei ähnlichen Angelegenheiten nicht zu verhehlen, sondern zu zeigen, daß wir auch für Nadelstiche genau so empfindlich sind wie unsere christlichen Mitbürger, und sie uns nicht mehr wie im Mittelalter schweigend gefallen lassen. G. VCi., Rassel. Im vorigen Hefte rhnserer Zeitschrift haben wir die Mitteilung der „S traßburger Post" wiedergegeben, wonach der aus dem Bloch-Prozeß bekannte Rittmeister Graf v. Gersdorff nicht aus der Armee scheiden, sondern am 1. April 1910 nach Graudenz versetzt werden sollte. Unsere Annahme, daß die „Straßburger Post" über Vorgänge in Mülhausen gut unterrichtet sein müsse, hat sich aber in diesem Falle als unzutreffend erwiesen, denn nach einer amtlichen Notiz in der Nummer 121 des Militär-Wochenblattes ist dem Grafen v. Gersdorff, Eskadronchef im Jäger-Regiment zu Pferde, der A b - schied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Kürassier-Regiments v. Seydlitz bewilligt worden. . G. S., Wien. Die Nachricht, daß der Wiener Bürgermeister Lueger wegen seines Augenleidens auf sein Amt verzichten will, ist hier bereits durch die „Märkische Volkszeitung" verbreitet worden, die berichtete, Lueger habe in einer Sitzung des Bürgerklubs erklärt, daß er feine Würde niederlegen müsse. Dadurch sei große Aufregung entstanden und allgemein habe man erklärt, daß au ein Zurücktreten des Bürgermeisters nicht gedacht werden könne. Man würde das niemals zugeben.