Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- J. J., Danzig
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 53 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten. 53 in solcher Zeit anrichteu kann. Bon der jetzigen russischen Duma ließ sich eine solche Verblendung unschwer voraussehen. In ihrer Militär-Kommission beantragte der Deputierte Markoff, die Juden von den: militürärztlichen Dienste grundsätzlich auszuschlreßen, und auch im Kriegsfälle keine jüdischen Aerzte in die Armee aufzunehmen. Demgemäß sollen auch keine Juden zum Studium in der militärärztlichen Akademie zugelassen werden. Der Deputierte Babjanskh von der Kadettenpartei entgegnete, da die jüdischen Militärärzte im letzten Kriege mit Japan ihre Pflicht erfüllt hätten, sei kein Grund vorhanden, sie aus der Armee auszuschließen. Seine Ausführungen verhallten jedoch wirkungslos,. denn der Antrag Markoffs wurde. mit 21 gegen 4 Stimmen zum Beschluß erhoben. Mit der Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens! H. p., Königsberg i Kr. Das in der „Königsberger Hartungschen Zeitung" am 10. Dezember veröffentlichte Inserat der Firma August Pölich in Leipzig läßt nicht daran zweifeln, daß diese Firma, die einen „hervorragend tüchtigen, ch r i st '^i chen, respektablen" Herrn zur Stütze ihrer Geschäftsleitung sucht, besonderen Wert darauf legt, einen hervorragend ch r i st l i ch e n Mitarbeiter zu gewinnen. Unseres Wissens ist diese Gesinnung des Inhabers der Firma August Pölich unsern Glaubensgenossen in Leipzig nicht unbekannt. Daß trotzdem dort viele jüdische Damen einer solchen Firma ihre Kundschaft zuwenden, deutet nicht gerade aus einen hohen Grad von Selbstgefühl. Ueber Geschmackssachen läßt sich aber bekanntlich nicht streiten. £. A., Frankfurt a. Al. Die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens haben so spät mit einer systematischen Abwehr begonnen, daß selbst manchen Vertretern der Presse, die in politischer Beziehung freisinnigen Tendenzen huldigen, noch immer das rechte Verständnis dafür abzugehen scheint, was die Juden verletzt und doppelt verletzen muß, wenn sie in sonst freisinnigen Organen auf Herabsetzungen der Juden stoßen. Ein Beispiel dafür hat uns folgendes geboten: In der Nummer 21 der „Unterhaltenden Blätter" (halbmonatliche Freibeilage des „Wiesbadener Tageblattes") erschien im Oktober d. I. ein von Josef Schicht verfaßter Aufsatz: „D i e Bauern von D o n n e r s b e r g", der, völlig antisemitisch, geeignet war, auf bäuerische Leser verhetzend zu