Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 49 (sequence 15)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 49 ©runbe, um nicht die allgemeine Aufmerksamkeit von neuem mib ausdrücklicher aus diese Entgleisung zu lenken. Verschiedene Bestellungen antisemitischer Blätter aus diese Nummer werden nicht aus geführt, die Nummer überhaupt nicht einzeln abgegeben. In vorzüglicher Hochachtung gez.: Otto Gmelin." — In der Nummer 256 des „Tag- und Anzeigenblattes für Kempten im Allgäu" wurde unter der Ueberschrist „Auch ein F i n d e r l o h u" mitgeteilt, baf} in Landsberg ein i s r a e l i t i s ch e r Geschäftsma n n , der einen Geldbetrag von 121 M. verloren hatte, dem Finder nur 20 Pfennige Finderlohn gegeben habe, Wir haben der Redaktion dieses liberalen Blattes dargelegt, daß die Fassung der'betreffenden Notiz den bedauerlichen Anschein erwecke, als sei die unvornehme Gesinnung des betreffenden Verlierers eine besondere jüdische Eigenschaft. Darauf erhielten wir nachstehende Antwort: „Es lag sowohl dem Berichterstatter als auch der Redaktion völlig fern, durch die angezogene Notiz die Meinung zu erwecken, als sei unvornehme Gesinnung eine jüdische Eigenschaft. Im Gegenteil: In solchen Fällen zeigen sich die Juden im allgemeinen sehr nobel. Wohl nur ans diesem Grunde hat unser Berichterstatter die Konfession angeführt. Im übrigen liegt es ja in der liberalen Tendenz unserer'Zeitung begründet, die Menschen .nach ihren Taten, ohne Rücksicht auf ihre Konfession, zu beurteilen. Dies in Erwiderung Ihres Schreibens vom 7. 12. Hiermit dürfte die Angelegenheit wohl in befriedigender Weise erledigt sein. Mit vorzüglicher Hochachtung." — Infolge unserer Notiz über die Kommandanten- Apotheke, Berlin C, Sehdelstr. 16 (Verwalter W. Seeckh ist uns von der Inhaberin der Kommandanten-Apotheke, Frau A n n a T a e s ch n e r , mitgeteilt worden, daß Herr Seeck nicht mehr Verwalter der Apotheke sei und sein Nachfolger sich nicht weigern würde, bei einer etwaigen Vakanz einen jüdischen Herrn anzustellen. Außerdem ist uns von Herrn Dr. Julius Löwenheim, der sein Ambulatorium für Hals- und Nasenkranke in dem Hanse Seydelstraße 16 hat, in dem auch noch zwei