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Im deutschen Reich · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. 47

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-01-01
Page
47 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. zu ergänzen. Bon Herrn Dir. Hildesheimer, der schon seit Jahren seine vielseitig bewährte Kraft in den Dienst unserer Sache gestellt hat, ist die Wahl freundlichst angenommen worden. — Am 1. Januar 1910 feiert unser Vertrauensmann in C r o n e a. B., Herr Rentier AlexanderCohn, sein goldenes B ü r g e r j u b il ä u m. Er gehört 40 Jahre der Stadtoe^- Lretung an, neun Jahre als Mitglied des Stadtverordneten- Kollegiums und die übrige Zeit als Mitglied des Magistrats. Bereits die dritte Periode ist er von der Kgl. Regierung zu Bromberg zum Beigeordneten und stellvertretenden Bürgermeister bestätigt worden. Bor mehreren Jahren wurde er durch den Kronenorden ausgezeichnet und zum Stadtältesten ernannt. Auch der Synagogengemeinde steht er 39 Jahre als erster Vorsteher vor und hat sie stets mit Umsicht geleitet. — Von Herrn Iustizrat Plaezek in Posen geht uns nachstehende Mitteilung zu: „Bei der Eröffnung der Ausstellung von Kunstwerken aus privatem Besitz zugunsten des Vaterländischen Frauenvereins war es dem Oberpräsidenten von Waldow aufgefallen, daß die jüdischen Bürger weniger als sonst bei solchen Gelegenheiten erschienen waren. Es war ihm dann noch von irgendeiner Seite mitgeteilt worden, daß die jüdischen Kre'.se sich zusammengetan hätten, um die Ausstellung wegen der Herrschen Broschüre „O st m ä r k i s ch e S t ä d t e p o l i L i t“ z i boykottieren. Dies war mir vom Oberbürgermeister Dr. Minus berichtet worden. Um die Unwahrheit des absichtlich oder unabsichtlich aus gestreuten Gerüchtes sofort festzu stellen, und um gleichzeitig über die Herrsche Broschüre Rücksprache zu nehmen, suchte ich eine Unterredung beim Herrn Ober- Präsidenten nach, die sofort gewährt wurde. Nachdem ich dargelegt hatte, daß der angebliche Boykott der Kunstausstellung eine müßige Erfindung sei, kamen wir auf die Herrsche Broschüre zu sprechen, und da erklärte Herr von Waldow etwa folgendes: - Seitdem er das Amt als Oberpräsident in Posen übernommen hätte, hätten er und seine Frau gezeigt, daß sie gewillt seien, mit allen Kreisen der Bürgerschaft ohne Unterschied in bestem Einvernehmen zu leben; er bedauere lebhaft das Erscheinen der Herrschen Broschüre und miß-

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