Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 36 (sequence 2)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. IG jüdischen Glaubens, durch die etwa 125 000 deutsche Juden vertreten sind, und die es sich zur Ausgabe gemacht hat, überall wo im öffentlichen Leben Antisemitismus sich bemerkbar macht, dem entgegenzutreten, die ergebene Anfrage an Sie, ob die Tendenz Ihres Blattes sich nach der von uns bekämpften Richtung hin entwickelt hat, oder ob die von uns und zahlreichen hiesigen Juden sehr unangenehm empfundenen Stellen lediglich eine Entgleisung darstellt. ' Wir betonen, daß wir nichts sehnlicher wünschen als mit unsern andersgläubigen Mitbürgern in Eintracht und friedlicher Harmonie zu leben, daß wir aber auch entschlossen sind, mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, Angriffe auf uns oder unserer Religion, auch Aeußerungen, die geeignet sind, unser Ehrgefühl zu verletzen, zu bekämpfen. Wir wären Ihnen für eine baldige befriedigende Erklärung sehr verbunden und zeichnen Hochachtungvoll" Darauf ging den Herren Rechtsanwälten Max Abel und Dr. jur. Herzfeld in Essen folgendes Antwortschreiben zu: Essen, den 3. November 1909. Wir bestätigen den Empfang Ihres gefl. Schreibens vom 30. Oktober und teilen Ihnen darauf mit, daß der fragliche Artikel mit ausdrücklicher Quellenangabe der Zeitung „Germania" (Berlin) entnommen ist. Wenn derselbe hier geschrieben worden wäre, Hütten wir die von Ihnen beanstandeten Ausdrücke nicht benützt. Die „Essener Volkszeitung" hat jederzeit den Standpunkt vertreten, daß die staatsbürgerliche Gleichberechtigung unseren israelitischen Mitbürgern unangetastet bleiben müsse, wie denn auch gerade die Vertreter des katholischen Bolksteils in den fünfziger Jahren diese Bestimmung in die Verfassung hineingebracht und allen Anfeindungen von konservativer Seite gegenüber mit Nachdruck vertreten haben. Um so unangenehmer mußte es darum in katholischen Kreisen berühren, daß das „Berliner Tageblatt", die „Frankfurter Zeitung" sowie eine große Anzahl anderer in israelitischem Besitz befindlicher Zeitungen in der Ferrer-