Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- Hildburghausen
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 35 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. s ch i ch L e: Steht ein Jude als Betrüger vor Gericht, so wird er als das Urbild des ganzen Judentums hingestellt. Stehen aber zehn Christen an derselben Stelle, so fällt es niemand ein, von betrügerischem Germanen- oder Christentum zu sprechen. Es gibt in beiden Rassen gute und schlechte Menschen, und es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Untugenden einzelner der einen oder anderen Rasse gegeißelt werden, nur dürfen die Dinge nicht verallgemeinert und in absichtlich gehässige und beleidigende Form gekleidet werden. Und gerade wir Christen sollten uns hüten, das zu verletzen, was der Stifter unserer Religion allem vorangestellt hat: die N ä ch st enliebe! Das möge auch Herr Dr. G. bedenken/' IeremsnachrichLrn. — Der Vorstand unseres L a n d e s a u s s ch u s s e s für Rheinland-Westfalen hat am 30. Oktober 1909 an den Verlag der „Essener Bolkszeitung", Zentralorgan für Rheinland-Westfalen, nachstehendes Schreiben gerichtet: In Ihrer Nummer 238 vom 16. Oktober brachten Sie einen Artikel, der sich über die spanischen Ereignisse, insbesondere 'die Erschießung von Ferrer auslaßt. Es befinden sich darin zwei Stellen, die uns unangenehm aufgefallen sind. In der vierten Spalte der ersten Seite nämlich heißt es ungefähr in der Mitte: „Die Pfaffen, so urteilten heute morgen zwei In d e n j ü n g e l ch e n in der Stadtbahn, haben den armen Ferrer ums Leben gebracht." Und weiter unten auf derselben Spalte heißt es: „An diesem Falle kann auch der Blinde erkennen, wie drohend und beängstigend die Macht der Loge und des ihr oft verbrüderten Judentums ist." Wir glauben zu wissen, daß Sie bisher keinerlei antisemitischen Aeußerungen in Ihrem Blatte Raum gegeben haben; uns ist ferner bekannt, daß Sie mit einem großen Teil der jüdischen Kaufleute in sehr angenehmen Beziehungen leben. Wir erlauben uns daher als Ortsvertretung der größten Organisation deutscher Staatsbürger