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Im deutschen Reich · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. 9

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
Die Versammlungen des Rheinisch-Westfälischen und des Hessen-Nassauischen Landesverbandes
Date
1910-01-01
Page
9 (sequence 1)
Language
German
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Rhein.-Weftfäl., Hessen-Nassarlischkr Landesverband. 9 Pie Wersammkmgen des HrHeinisch-Wefifäkischen und des Kessen-Wassauifchen Landesverbandes. Unter dem Vorsitz des Herrn Rechtsanwalt Abel in Essen fand am Sonntag, den 14. Nov., in H a g e n die diesjährige Landes-Versammlung unseres R h e i n. - W e st f ä l. Landes-Verbandes statt, die von 36 Vertretern der Gemeinden und Ortsgruppen im Bezirke Rheinland und Westfalen beschickt wan Herr Rechtsanwalt Or. H e r z f e l d , Essen, gab eine ausführliche Darstellung der Tätigkeit des Verbandes im vorausgegangenen Jahre nnb erwähnte eine Reihe von Fällen, in welchen es notwendig gewesen ist, einzuschreiten. Aus dem Bericht ist hervorzuheben, daß fortgesetzt die Gründung von Ortsgruppen im Bezirke des Landes-Verbandes in der Entwicklung begriffen ist und daß eine Reihe von Versammlungen im Laufe des Berichtsjahres auch an kleinen Platzen abgehalten wurde. Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld bezeichnete namentlich die Organisation der auf dem Laube vereinzelt lebenden Juden als ganz besonders wünschenswert und bittet die Versammlung darum, nach dieser Richtung hin mehr als bisher tätig zu sein. Als sehr erfreulich erwähnte der Redner, daß die Ortsgruppe Bonn ohne irgendwelche Beihilfe von außen eine Versammlung abgehalten habe, in welcher Herr Rechtsanwalt vr. Hermanns einen Vortrag hielt. Es sei wünschenswert, daß in Zukunft die einzelnen Ortsgruppen immer mehr aus ihrer Mitte Vorträge über aktuelle Themata halten ließen. Ein weiteres eingehendes Referat wurde sodann von Herrn Rechtsanwalt Abel, Essen, über die Stellung des Central-Bereins zu einzelnen Wahlkreisen des Bezirks erstattet. Er wies darauf hin, daß zwar im allgemeinen in den in Frage kommenden Wahlkreisen Altenkirchen-Wetzlar, Bielefeld-Wiedenbrück, Minden- Lübbecke und Wittgenstein-Siegen teilweise nur wenig jüdische Wähler wohnten, daß aber durch' die Organisation dieser Wähler viel Gutes gestiftet werden könne. Der Referent setzte auseinander, daß man die Hände nicht in den Schoß legen dürfe, sondern daß an den kleinsten Orten eine Jnterefsierung der Juden für ihre politischen Pflichten stuttfinden müsse. Pflicht des Vereins sei es dann, durch Geldmittel, Entsendung von Rednern und Flugblättern darauf hinzuwirken, daß den Antisemiten tunlichst das Wasser abgegraben werde.

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