Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- B. H., Tilsit
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 722 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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722 Im deutschen Rerch. stigen Webewaren nur bei unseren Leuten zu kaufen, welche ihre Brüder nicht verkaufen. Der Grund, weshalb Herr Raudies billiger und besser verkaufen kann, ist leicht zu verstehen. Erstens: er wohnt im eigenen Hause, in dem er keine teure Miete zu zahlen hat' zweitens: er ist selber Einkäufer und Verkäufer. Das wiegt sehr viel. Drittens: Durch jahrelangen Handel mit Landleuten und Städtern weiß er es am besten, welche Ware dem Käufer am vorteilhaftesten ist. Aus diesen Gründen ist es unmöglich, daß sich eine Konkurrenz mit ihm messen kann. Wir alle Laufen bei Herrn Rob. Raudies und kaufen ausnahmsweise gut und empfehlen jedem Einzelnen nicht aus Eigennutz, einzig aus Herzlichkeit zu euch, euren Bedarf bei Herrn Rob. Raudies zur decken; wäre auch dies zweifelhaft, so geht, bitte, hin und überzeugt euch! Viele bei ihm kaufende Litauer. O. S., Frankfurt a. M. Das in der „Frankfurter Zeitung" vom 17. November enthaltene Inserat der Herren Overbeck und Weller in E s s e n - R u h r verdient niedriger gehängt zu werden. Diese Herren suchen nämlich für ihre Spezialgeschäfte „m e h r e r e w i r k l i ch e r st - k l a s s i g e B e r k ä uf e r i n n e n f ü r K n a b e n k l e i d u n g (Christen)" — also nicht etwa „Christinnen" als Berkänferinnen, sondern nach dem Wortlaut des Inserats „Verkäuferinnen für „ch r i st l i ch e K n a b e nkleidun g". Sollten die Herren vielleicht eine „antisemitische Nationaltracht" erfunden haben? C. K. Mainz. Wir sind mit Ihnen einer Meinung, daß Inserate jüdischer Firmen wie das uns gesandte „Reisender geftlcht für ein altrenommiertes Kurzwaren-Engrosgeschäft, repräsentabler, geschäftsgewandter israelitischer junger Mann usw." einen üblen Eindruck machen, und daß wir Inden allen Grund haben, der Konfessioualisierilng des Geschäftsbetriebes keinen Vorschub leisten. K. p. Berlin. Die in Nr. 489 des „Berliner Tageblattes" enthaltene Annonce „Jüngerer Verkäufer (Christ? . . . . gesucht. S. Heumann, Göttingen, Inhaber Julius Herzberg" ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen. Ihre Entrüstung ist aber gegenstandslos, da, wie wir aus zu-