Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- Bremen
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 701 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 701 A Bremen, 2. November, lieber den Beschluß des Hamburger Senates, dem Komitee zur Errichtung eines Heine-Denkmals einen geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen, sobald die Errichtung eines würdigen Denkmals gesichert sei, äußert sich die „Weser-Zeitgng" wie folgt: „In einer tumultuarisch verlaufenen' Versammlung wurde eine Resolution angenommen, in welcher es als ein Gebot der nationalen Selbstachtung erklärt wird, Hamburg vor einem Heinedenkmal zu bewahren. Aber damit wird der AnLisemitismus nichts erreichen. Denn abgesehen davon, daß der bei weitem größte Teil der hamburgischen Bevölkerung die antisemitische Hetze gegen das Heinedenkmal überhaupt nicht billigt, hat der Antisemitismus durch die T r i o l e - A f f ä r e noch den kleinen An h an g v er ri n g ert, den er hier an sich noch besaß. Man nimmt von diesem antisemitischen Toben gegen Heine kaum Notiz. Und wenn erst einmal der Antrag des Senats, einen Platz zu bewilligen, in der Bürgerschaft erscheinen wird, so wird schwerlich der Antisemitismus dagegen das Wort ergreifen — da er in der Bürgerschaft nicht vertreten ist. Zwar haben die Antisemiten schon eine Kandidatenliste für die Bürgerschaftswahlen ausgestellt, aber bereits haben verschiedene der dort genannten Kandidaten auf die Kandidatur verzichtet, und die noch übrig bleibenden werden ohne Zweifel Kandidaten bleiben. Die Zeit der Blüte des antisemitischen Weizens ist für H a mb urg vorbe i" — Hoffen wir, daß die „Weser- Zeitung" richtig prophezeit! □ Detmold, 1. November. Die„LipPesche Landeszeitung" berichtet von dem Pastor Blum in Obersteinach bei Heidelberg: „In einer Zentrumsversammlung verteidigte kürzlich der Reichstagsabgeordnete Uebel die Haltung der Fraktion bei der Reichsfinanzreform. Dem Herrn Pfarrer Blum nun war es Vorbehalten, die Gesinnungsgenossen durch allerlei antisemitische Mätzchen zu erheitern. Unter anderen Liebenswürdigkeiten sprach er sein Bedauern aus, daß man den K n o b ln u ch st euersrei gelassen. Da herrschte doch im alten Zentrum unter Männern wie Windthorst, Reichensperger und Mallinckrodt ein anderer Ton." cf Tvürzdurg, 2. November. Wie die „Neue Bayrische