Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- Crone a. Br.
- Date
- 1909-12-01
- Page
- 698 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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698 Im deutschen Reich. die Königliche Regierung zu Bromberg verfügt, daß die frühere „Gehobene Bürgerschule" fortan den Namen „Paritätische Bürgerschule" führen solle. O Hannover, 5. November. Vor einigen Tagen fand in Steinhorst eine Aufsichtsratssitzung der Land- und L e h r g u t - G e s e l l s ch a f t statt, der außer den Vertretern der Simonschen Stiftung aus Hannover die Herren Professor Marburg aus Berlin und Eduard Cohen aus Frankfurt a. M. beiwohnten. Von den Fortschritten der Anlagen wurde mit Befriedigung Kenntnis genommen. Besonders gefiel der gemeinsame Eßraum, neben dem sich die rituelle Anstaltsküche befindet, die, ebenso wie der übrige Gutshaushalt, von Fräulein Katz aus Witzenhausen geführt wird. An das Wohnhaus schließt sich ein 31/2 Morgen großer Garten an, in dem in diesem Jahre Wirtschafts- und Tafelgemüse und Obst erheblich über den eigenen Bedarf hinaus geerntet wurden. Hier und in einem zweiten Guts garten sind über 400 Obstbäume Ahlemer Züchtung neu gepflanzt. Nach einem Gang durch die vollbesetzten Ställe wurden die Scheunen, ferner wurde ein für zwei Familien und 30 Sommerarbeiter berechnetes Urbeiterwohnhaus besichtigt. Die Felder resindeu sich in bedeutend besserem Zustande als bei Erwerb des Gutes. Die Kulturfläche, die etwa 340 Morgen beträgt, wird ständig durch Urbarmachung von Moor und Heide erweitert. Wie die Moorversuchsstation zu Bremen festgestellt hat, ist die ganze Oedlandfläche in höchstem Maße kulturwürdig. Das Verhältnis zwischen der christlichen Bevölkerung und den jüdischen jungen Landwirten ist das denkbar beste. Rühmend wird hervorgehoben, daß durch die Gesellschaft eine Landfläche, die lange Zeit eines guten Wirts harrte, in die Höhe gebracht wurde. Von über 50 Zöglingsanmeft'mgen sind für diesen Winter nur sechs berücksichtigt worden. Mit der Einstellung von Zöglingen in größerem Umfang wird erst Anfang 1910 begonnen werden. Am meisten Aussicht auf Aufnahme haben Zöglinge im Alter von 14 bis 16 Jahren. Der Lehrvertrag wird im allgemeinen auf drei Jahre abgeschlossen. Meldungen werden bei der Gesellschaft, bei der Simonschen Stiftung in Hannover und bei dem Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands in Berlin angenommen. Aus der Jahresbilanz, die der Geschüftsfiihrer