Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Bremen
- Date
- 1909-11-01
- Page
- 649 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 649 Verbandes Hinz uw eisen, dessen antisemitische Tendenzen, trotzdem sie häufig in den Preßorganen gekennzeichnet werden, viel zu wenig in Betracht gezogen würden. Der im Reichstage befindliche Führer des Verbandes, der doch die Interessen der Handlungsgehilfen hätte vertreten sollen, habe den unglaublichen neuen Steuerauflagen seine Zustimmung gegeben. Uebrigens sei er Mitglied der antisemitischen „Wirtschaftlichen Vereinigung". Die sozialen Einrichtungen des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes seien keineswegs günstige. Die Krankenkasse des Verbandes fei als eine besonders ungünstige von R. E. May geschildert worden, gegen dessen Ausführungen der Verband an erster Stelle eingewendet hat, daß der Verfasser Jude sei. Der Verband bekämpfe andere Handlungsgehilsenorganisationen und stehe vielen Prinzipalen so feindlich gegenüber, daß man sich mehrfach entschlossen habe, Verbandsmitglieder grundsätzlich nicht zu engagieren. Den jüdischen Firmen gegenüber habe der Verband eine förmliche Ueberwachung eingerichtet und einen künftigen Boykott in Aussicht gestellt. Das antisemitische Ende finde man in jeder Nummer der „Handelswacht" und der „Jahrbücher" des Vereins. In Bremen habe er zwei Drittel der Sitze in den Kaufmannsgerichten inne. Es sei angezeigt, zu gelegener Zeit dafür zu sorgen, daß geeignetere Kandidaten diese Stellen einnehmen als Mitglieder eines Verbandes, die nicht unbefangen über Juden zu urteilen in der Lage seien. — Dem Vortrag folgte eine sehr rege Diskussion, in der u. a. erwähnt wurde, daß der Versuch eines Wanderredners des Verbandes, die Gründung einer Ortsgruppe in Osterholz-Scharmbeck anzustreben, schmählich gescheitert sei. (!) $vanffuxt a. M., 4. Oktober. Heute vormittag hat hier die Beerdigung des Herrn Stadtverordneten F r i tz Auerbach vom Bankhause Jacob H. S. Stern stattgesunden, der am 4. April 1899 die erste Frankfurter Central-Vereins-Versammlung geleitet hat, in der durch die Vorträge der beiden Vorsitzenden des Vereins, der Herren Justizrat Or. Horwitz und vr. Fuchs, zhlreiche Mitglieder gewonnen wurden. Von der Verehrung, die Fritz Auerbach in weiten" Kreisen genoß, gab die Zahlreiche Beteilianna imb der cmme Verlauf der Beerdigung, der 13 Dele-