Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- K. B., Berlin
- Date
- 1909-10-01
- Page
- 595 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten. Wo Dekorateur (Chri st), welcher bereits in größeren Geschäften erfolgreich tätig war. Vorstellung 9—11 oder 5—7 Hauptkontor Jerusalemerstr. 38/39. K. T., Berlin. Die Einlage zu dem Berliner „Lokal- Anzeiger" vom 22. v. M. wird die jüdische Kundschaft des Herrn Robert Seelisch, Berlin 0„ Rigaer st r. 71—73 a, interessieren. Dieser Herr empfiehlt seine Möbel in Eiche, Nußbaum usw. unter der Ueberschrift „Christliches Geschäft". Er ist also aus dem Holzwege, anzunehmen, daß jüdische Geschäfte minder leistungsfähig sind als christliche. Eine solche Konfessionalisierung des Geschäftsbetriebes muß auf jüdische Kunden abstoßend wirken und auch christliche Käufer befremden, die vorurteilsfrei genug sind, die Verwertung des Religionsbekenntnisses zu einer G e s ch ä f t s e m p f e h l u n g als verwerflich anzusehen. M. G., Berlin. Naturalisationsgesuche ausländischer Juden werden in Preußen nur in sehr seltenen Fällen genehmigt; Ihre Annahme, daß sie neuerdings durchweg abgelehnt werden, ist aber unzutreffend. So ist uns mitgeteilt worden, daß der in'Schöneberg bei Berlin wohnende, aus Ungarn stammende Schriftsteller Dr. Adolph Kohut, der allerdings schon seit 40 Jahren in Deutschland lebt, kürzlich die preußische Staatsangehörigkeit erworben hat. Die Ausnahme dürfte aber vielleicht die Regel bestätigen. G. LhcrrUottenbrrrg. Der von der „Staatsbürger- Zeitung" am 15. September veröffentlichte, angeblich von ihrem militärischen Mitarbeiter verfaßte Artikel „Jüdische Offiziere" enthält eine derartige Verspottung der sämtlichen zum Offizierkorps gehörenden getauften Juden, daß es deren Sache ist, sich dagegen zu wehren, nicht aber die unserige. Es heißt in dem Artikel wörtlich: „Die Praxis unserer Offizierkorps, ungetanste Juden nicht zu wählen, ist keine unübersteigliche Schranke, sondern ein Zwirnsfaden, über den kaum jemand mehr vom Stamm Sem zu stolpern pflegt." — Uns gilt aber dieser Zwirnsfaden >sehr viel: wir hoffen, daß er für die deutschen Soldaten jüdischen Glaubens so lange eine Schranke ist und bleiben wird, bis sie von den Militärbehörden selbst beseitigt wird. Das kann aber nur eine Frage dex Zeit sein. Was das Antisemitenblatt von dem Eindringen des „shbaritischen" Judentums in die Armee faselt,