Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- E. R., Berlin
- Date
- 1909-10-01
- Page
- 593 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten. 593 Pasmanik, bic zionistische Zentralleitung nach Berlin, dem. Sitze großer jüdischer Organisationen, zu verlegen, veranlaßt folgendes Angstgeschrei der „Staatsbürger-Zeitung": „Wir werden ein Zuströmen von Juden aus aller Herren Länder erleben, das seinesgleichen suchen wird. Sind es auch Zionisten, nationale Juden, die aus irgrnd einem Grunde ihren bisherigen Sitz verlassen, so müssen wir doch mit dem Mißlingen des Planes rechnen, einen jüdischen Staat in Palästina zu errichten. Zum mindesten ist aber seine Verwirklichung noch weit im Felde. Dann wird die deutsche Bevölkerung Berlins, ja, des ganzen Landes, auch noch diese Juden zu ertragen haben. Das nationale Judentum wird einen ebenso gefährlichen Staat im Staate bilden, wie das internationale verlumpte Schachervolk. Und wenn dann die doch recht behalten, die den Juden Volk- und staatenbildende Kraft nicht zuerkennen, wird Dingelstedts Wort erfüllt werden : Man wird uns in ein C h rist e nv i e r t el sperren!" — Zwei Millionen christliche Bürger Berlins werden sich wahrlich durch solche feigen Antisemiten-Angstrufe uid)t bange machen lassen, wenn selbst eine Handvoll ausländischer Zionisten trotz der für Ausländer vorhandenen Erschwerung der Ansiedlung in Deutschland nach Berlin ziehen sollten! <D. S„ Berlin. Die „Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden" (die Berliner Judenmission) hat neuerdings ein Flugblatt Nr. 11 verbreitet, dem ein kleines Bild „Getaufte Jüdin im Heimatdorf — nach einem Gemälde von Pimonenko" beigefügt war, das nach einer Bemerkung in dem Flugblatte klar und deutlich zeigen soll, was die Judenmission erzählen könne. Daß dieses Bild oder der dazugefügte Text irgendeinem Juden oder einer Jüdin, denen das Flugblatt zuging, besondere Lust gemacht haben könnte, sich ebenso wie die schließlich in ihr He'imatsdorf sehnsuchtsvoll zurückgekehrte unglückliche getaufte Jüdin von ihrem Glauben und ihrer Gemeinde abzuwenden und ihren Eltern das tiefste Herzweh zuzufügen, glauben wir schlechterdings nicht. Wenn aber in dem Flugblatt von solchen Abtrünnigen gesagt wird: „Wir müssen sie voll aufnehmen als die Unseren und nicht über die Schulter ansehen, weil sie doch bloß getaufte Juden sind", so