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Im deutschen Reich · 1909-10-01 · Heft 10 (Oktober 1909) · p. 591

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 10 (Oktober 1909)
Article
[Ohne Titel] / Wittenberg, Max
Date
1909-10-01
Page
591 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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VereinsnachrichLen. 591 fehlen möchte, von Angabe des Religionsbekenntnisses in Steckbriefen (deren Abfassung im übrigen dem Ermessen des Gerichtsherrn zukommt) abzusehen." — Wie uns mitgeteilt wird, hat der frühere Pa st o r, Herr Krösell, in der ersten Instanz des von ihm gegen Herrn Geh. Justizrat Böhmer in Stargard angestrengten Beleidignngsprozesses au Gerichtsstelle behauptet, im Jahre 1900 sei der S ch risLsteller Dr. Bi a x Wittenberg mit Frau vor der Berufungsverhandlung des Wittenberg-Prozesses zu ihm gekommen, und beide hätten ihn um Verzeihung gebeten und zur Zurücknahme der Klage zu bewegen gesucht. Nach längerem Zureden habe er sich dann in einer Anwandlung von Edelmut zur Zurücknahme bewegen lassen. Dieser uns bisher unbekannte Akt des Edelmutes erschien uns so auffällig, daß wir Herrn Or. Max Wittenberg um eine Darlegung des Sachverhaltes ersucht haben. Daraus erhielten wir nachstehende Mitteilung: „Die mir in Ihrem gesl. Schreiben vom 20. d. M. mitgeteilte Aeußerung Krösells entspricht in keiner Hinsicht der Wahrheit, sondern beruht aus Erfindung. Niemals bin ich zu ihm gegangen, geschweige denn, daß meine Gattin sich hierzu herabgelassen hätte, niem als h ab e ich ihn um Verzeihung gebeten; niemals habe ich eine edle oder auch nur anständige Regung bei ihm vorausgesetzt. Krösell hat vor der Berufungs- Verhandlung seine Beleidigungsklage lediglich deshalb zurückgezogen, weil er ein weiteres Bekanntwerden des s. Zt. schon in der Berufungsschrift niedergelegten, für ihn vernichtenden Materials fürchtete, das ich in der ersten Instanz, um den Gegner nach Möglichkeit zu schonen, noch zurückgehalten hatte. Ich erklärte mich nur, weil ich ihn ohnehin als erledigt ansah, auf seine Bitten bereit, das Material aus sich beruhen zu lassen, und dieser Zusage bin ich alle die Jahre hindurch selbstverständlich treu geblieben, wie oft ich auch inzwischen gerade von seinen einstigen Freunden gebeten wurde, aus der Reserve herauszutreten. Wenn Krösell im Vertrauen aus meine Zurückhaltung sich die Freiheit nimmt, andere zu verletzen, die Gerichte zu täuschen und hinter meinem Rücken mich und gar meine Gattin zu verdächtigen, so wiirde es mir allerdings

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