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Im deutschen Reich · 1909-10-01 · Heft 10 (Oktober 1909) · p. 587

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 10 (Oktober 1909)
Article
Neustettin
Date
1909-10-01
Page
587 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 587 jüdischen Schüler ausgenommen würden, den Bescheid, daß deren Nichtausnahme statutarisch fest gelegt sei. In der Sache selbst ersolgte kostenlose Freisprechung des Beklagten auf Grund des § 193. Eines Umstandes sei noch Erwähnung getan: Im März d. I. erhielt das Gymnasium vom Herrn Minister aus dem Zentralfonds eine Beihilfe von 500 Mk. zu den Kosten der Beschaffung eines Ruderbootes für den Ruder- und Turnverein. Die von dem Ruderverein ausgeschlossenen jüdischen Schüler haben keinen Anteil an dem Boote! Die Angelegenheit wird den Central-Verein noch weiter beschäftigen. □ Cölrt cr. Ah., 2. September. Kürzlich ist durch letztwillige Verfügung einer christlichen Dame der Stadt Cöln die Summe von 20 000 Mk. mit der Bestimmung übermittelt worden, daß diese sofort an die Armen Cölns nt i L A u s s ch l u ß der jüdischen Armen verteilt werden solle. Nach dem amtlichen Bericht über die Stadtverordnetenversammlung sollte diese das Vermächtnis „unter dem Ausdruck des lebhaften Dankes" angenommen haben. Dies veranlaßte den jiidischen Stadtverordneten Herrn I u st i z r a t Bock, in der folgenden, am 2. September abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung zu erklären, wenn die Herren Eliel, Falk und er selbst in der Sitzung anwesend gewesen wären, dann hätten sie, um nicht die Armen Cölns zu schädigen, der Annahme zwar zugestimmt, gleichzeitig aber ihrem Befremden und ihrem Bedauern über die in der Verfügung liegende Unduldsamkeit und Kränkung eines Teiles der Mitbürger Ausdruck gegeben. Er hole dies hiermit nach und erwarte, daß diese Empfindungen von allen Anwesenden geteilt würden. Von dem Vertreter des Zentrums wurde darauf erklärt, daß von einem Ausdruck lebhaften Dankes bei der Beschlußfassung nichts zu bemerken gewesen sei. Hütte man diese Bestimmung bei der Verlesung beachtet, so würde man das Bedauern über sie sofort zum Ausdruck gebracht haben. Auch wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß sich eine derartige Bestimmung in ähnlichen Füllen nicht wiederholen werde. Die Redner der liberalen Parteien äußerten sich in demselben Sinne, worauf Herr Stadtverordneter Bock erklärte, er habe von den Kollegen eine andere Auffassung der Sache nicht erwartet.

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