Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- Oppeln
- Date
- 1909-10-01
- Page
- 586 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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586 Im deutschen Reich. Dienste geleistet. Sein Name wird in unserer Gemeinschaft in gutem Andenken bleiben! p Kosen, 10. September. Unser Vereinsmitglied, Herr Professor Dr. Iaffe, Oberarzt der chirurgischen Station im hiesigen Stadtkrankenhause und dirigierender Arzt im jüdischen Krankenhause, ist hier im Alter von 48 Jahren gestorben. Er hatte vor einiger Zeit einen schweren Unfall erlitten; ein Bruch der Wirbelsäule setzte seinem Leben ein vorzeitiges Ende. Das Begräbnis des in weiten Kreisen verehrten Verstorbenen gestaltete sich heute zu einer großen Kundgebung allgemeinster Teilnahme. Hunderte umstanden die Villa in der Wittingstraße und andere Hunderte bildeten beit Leichenzug, dem Magistratsdiener voranschritten. Nach der Trauerrede des Herrn Rabbiners Or. Bloch widmete Herr Prof. I)r. Busse im Namen der Posener Aerzte dem Entschlafenen Worte höchster Anerkennung. V. Neustettrn, 2. September. Vor dem hiesigen Schöffengerichte stand am 31. August ein Termin in einer Privatklagesache des jüdischen Rittergutsbesitzers L. C. als gesetzlichen Vertreters seines Sohnes, des Primaners K. E., gegen den Oberlehrer am hiesigen F ü r st i n - H e d w i g - G Y m na s i u m, Professor Or. Carl Tümpel, wegen Beleidigung an. Im Januar d. I. hatte Prof. Tümpel den C., weil dieser ein Buch der Anstaltsbibliothek einige Tage zu spät ablieferte, vor versammelter Klasse der Unterschlagung beschuldigt. Zu einer Zurücknahme der beleidigenden Aeußerung konnte der Herr Professor sich nicht verstehen, worauf der Vater des beleidigten Primaners Privatklage erhob, gleichzeitig aber auch seine vier in der Anstalt befindlichen Söhne von dieser wegnahm. Im Verlaufe der am 31. August stattgehabten Verhandlung erklärte Herr Prof. Tümpel: Als er einmal nach einem in der Klasse vernommenen großen Lärm diese betrat, hätten sich christliche und jüdische Schüler gegenübergestanden; er habe von keiner Seite über die Ursache des Lärms Auskunft erhalten können und dann den Ausspruch aus „Maria Stuart" zitiert: „Der Schotte kann nicht gegen den Briten, und der Brite nicht gegen den Schotten zeugen." — Im weiteren Verlaufe der Verhandlung gab ein christlicher ehemaliger Primaner aus Befragen, warum in die an dem Gymnasium bestehenden verschiedenen Vereine keine