Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- Dr. Otto Kobler, Karlsbad
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 536 (sequence 2)
- Language
- German
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536 Im deutschen Reich. zuverlässiger Berichte in unserer Liste der Hotels, die antisemitischen Charakter tragen, schon seit längerer Zeit nicht mehr verzeichnet steht, nehmen wir gern von Ihrer gef. Mitteilung Kenntnis, daß zwar die früheren Besitzer des Etablissements in dem Ruf standen, antisemitisch zu sein, daß aber den jetzigen Besitzern, die Ihnen, einem Juden, die Verwaltung übertragen haben, jede antisemitische Tendenz vollständig fern liegt, daß ferner auch die pachterischen Eheleute durchaus freisinnige Gesinnungen hegen. Bereitwilligst verzeichnen wir hier Ihre bündige Erklärung: „Solange ich die Verwaltung des Grand^Etablissements Sanssouci in Karlsbad führe, ist vollständige Garantie gegeben, daß auch nur von der geringsten Spur eines Antisemitismus bei der Führung des Etablissements keine Rede sein kann/' Mcherscha«. Die Iu-enfrage. Antisemitische Monatsschrift, herausgegeben unter Mitwirkung hervorragender Gelehrter und Politiker. Schristleitung und Verwaltung: Wien VIII, Langegasse 25. Eine neue antisemitische Zeitschrift hat in' Wien das Licht der Welt erblickt. In der Ankündigung wird ihr Bestreben dahin gekennzeichnet: „Die Kenntnis über das Wesen und den Charakter des Judentums ganz allgemein zu verbreiten, die Kulturvölker darauf aufmerksam zu machen, welch furchtbare Gefahr das unter ihnen lebende Judentum (sic!) für sie bedeutet und dadurch eine groß angelegte und systematische Abwehrbewegung gegen die Judenseuche vorzubereiten/' Sie ist nicht etwa als eine spezifisch österreichische gedacht, sondern sie wendet sich nach ihrem Wortlaute „an alle christlichen Völkerschaften der Erde, ohne Unterschied der Nation, Religion oder Staatsangehörigkeit, um dem jüdischen Weltbund den christlichen Weltbund entgegenzustellen und die gänzliche Vernichtung des jüdischen Einflusses herbeizuführen". Der Herausgeber dieser Zeitschrift, Konstantin Ritter von Zoppa, ist eine bisher unbekannte Größe. Dagegen läßt die Firma der Druckerei Ernst Vergant & Co. den Inhalt der Zeitschrift erwarten, den sie in Wirklichkeit auch hat.