Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- L. M., Berlin
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 532 (sequence 2)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. Leute offenbar durch eine gefärbte Brille gesehen hat. Die Logik des Herrn Professors entspricht den Prämissen, von denen er ausgeht; wir als Juden gewinnen aber aus dem Alten Testament von der Gottheit einen Begriff, der so grundverschieden von dem ist, von dem der gelehrte Herr ausgeht, daß wir uns des Streites mit ihm begeben könnten. Wenn ein Universitätslehrer, der seine Hörer für den theologischen Beruf vorzubilden hat, wie Herr Dr. Graßmann, aus der Bibel herausliest, daßGott M e n s ch e n o p f e r v e r l a n g t, die ihm auch gebracht worden sein sollen, so gilt uns dies fast nur als ein Ausfluß jenes noch immer grassierenden „wissenschaftlichen" Antisemitismus, der stets die Wissenschaft mehr schädigt als das Judentum. Da aber Di*. Hermann Ranke in der „Breslauer Ztg." unter dein Titel „N eue Forsch ungen zurisraelitischen Religio n" bei Besprechung der Graßmannschen „Forschungen" diese allen sich für das Alte Testament Interessierenden empfohlen hatte, war es doch sehr dankenswert, daß Br. H. K lüge r an derselben Stelle eine fachmännische „Kritische Beleuchtung" der Graßmannschen Schrift veröffentlichte, die bei der größten Objektivität und unter Hinweisen auf Aeußerungen christlicher Exegeten des Alten Testaments und die Ergebnisse „e r n st e r F o r s ch e r a u f P a l ä st i n a s B o d e n" (u. a. auch auf Prof. Sellin-Wien) zu dem Schlüsse gelangt, daß es Gewissenssache sei, Graßmanns krasse, aus nichts gegründete Verleumdungen des Alten Testaments und der Religion Israels unbedingt zurückzuweisen. L. Berlin. Ihre Mitteilung hat uns lebhaft interessiert, wenn auch ihr Inhalt leider Verhältnisse berührt, die nicht selten Vorkommen dürsten. Anscheinend gibt es Lehrer, die, ohne eigentlich Antisemiten 5u sein, ihre jüdischen Schüler durch scherzhaft sein sollende A e u ß e r u n g e n verletzen undzunr Gespött der christlichen Mitschüler machen. Dies wirkt deshalb besonders schlimm, weil diese solche Scherze ihres Lehrers gern ausnehmen und vergröbern, so daß ein vielleicht gar nicht bös gemeintes Wort des Lehrers für den betroffenen jüdischen Schüler Anlaß zu lange fortgesetzten Verhöhnungen wird und den ganzen Ton im Verkehr der Mitschüler untereinander ungünstig beeinflußt.- Unsere V-er-