Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- G. M., Berlin
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 531 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
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Briefkasten. 531 Verdacht stehe, als sei ich parteiisch für die Juden. Aus diesem Grunde wählten sie mich dieses Jahr nicht in die gesetzgebende Versammlung." Wenn die Gesinnung sich fortgeerbt hat, können wir zufrieden sein und die Rassensexerei den Antisemiten überlassen. D. Berlin. Der „Staatsbürger-Ztg." hat ein Bericht der Vorsitzenden des Jüdischen Frauenbundes zu Frankfurt a. M., Fräulein Bertha Pappenheim, über eine Audienz bei der Königin von Rumänien großen Kummer verursacht, weil in dem Bericht u. a. gesagt war: „Wenn die K ö n i g i n Eins l u ß aus die P o l i L i k Hütte, die in Rumänien wie anderwärts noch ein Reservat der Männer ist, dann würde den rumänischen Juden sicher mehr Gerechtigkeit zuerkannt werden. In den sozialen Einrichtungen, die sie gegründet hat und die ihrem Einflüsse unterstehen, duldet sie keine Intoleranz." Diese Worte veranlaßten das Antisemitenblatt zu der seiner würdigen Bemerkung: „Die rumänischen Männer werden der Meinung sein, daß ihrem Lande ein schlechter Dienst erwiesen würde, wenn die Königin politischen Einfluß gewänne, die ganz offe-nbar U r s a ch e u n d W i r k u n g auf diesem Gebiet n a - t i o n a l e n u n d s o z i a len Leidens nicht zu w ü g e n versteht. — In der Tat, es ist au der Zeit, daß die deutsche Frauenwelt in die politische Arena herabsteigt, wie die Frankfurter Damen das wünschen. Jüdische Damen stehen bereit, die politische Führung der deutschen Frauenwelt dort ebenso zu übernehmen, wie der jüdische Maulheld bei der Sozialdemokratie und Freisinn." — Eine solche s ü h rend e Stellung erstreben jüdische Frauen tatsächlich nicht, aber ihre Mitarbeit hat bisher noch nie geschadet und wird in Zukunft hoffentlich großen Nutzen bringen. £. M., Berlin. Das unter dem seltsamen Titel: „Palästinas Er d g e r u ch in der israelitischen Religion" im Verlage von Carl Curtius in Berlin erschienene Buch des Dr. H. G r a ß m a n n, in unserer „Bücherschau"'zu besprechen, würde nur dazu führen, Stimmung für die anziehende Arbeit des als Alttestamentler an der Berliner Universität wirkenden Verfassers zu machen, der früher längere Zeit in dem evangelischen archäologischen Institut in Jerusalem tätig gewesen ist, und dort Land und