Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- Rosenberg
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 517 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 51/ hertliche Regelung ihrer Verhältnisse, durch die ihnen auch der Zutritt zu Staatsämtern ermöglicht wurde, erst durch das Gesetz vom 23. Juli 1847 geschaffen worden. Immerhin enthalte es auch noch mancherlei Beschränkungen, die erst das später zum Reichsgesetz umgewandelte Bunpesgesetz vorn 3,. Juli 1869 hinfällig machte. Könnten wir uns auch der betrr'lbenden Erkenntnis nicht verschließen, daß die Zeit durch eine von Mißgunst und Furcht vor dem freien Wettbewerb der deutschen Juden.erzeugte Volksströmung nicht gehalten hat, was wir nach diesem großen Akte der Gerechtigkeit erhoffen durften, hätten wir deutschen Juden doch keinen Grund, schwarz zu sehen; vielmehr sei ein großer Fortschritt in der Behandlung der Juden zu konstatieren. Wäre auch die diesseitige Ortsgruppe in der glücklichen Lage, über Zurücksetzungen nicht klagen zu können, so sei es dennoch Pflicht eines jeden selbstbewußten Juden, mit dem Eentral-Verein zu kämpfen, daß unsere Gleichberechtigung eine vollständige werde zur Wohlfahrt des gesamten deutschen Vaterlandes. Anknüpfend an ein Wort des Wochenabschnittes sprach Herr Prediger Fleisch Hacker nach dem Redner. In gemütlicher Unterhaltung blieb man 'noch bis zur Mitternachtsstunde zusammen, bis die zahlreich erschienenen auswärtigen Gäste ihren heimatlichen Penaten zueilten. €anhshcxg, <r. Tv., 15. August. Aus Anlaß der R e i ch s t a g s e r s a tz w a h l in L an d s b e r g - S o l d in haben die „Deutsch-sozialen Blätter" daran erinnert, daß der konservative Kandidat, A m t s g e r i ch t s r a t H o l t s ch k e i n S o l d i n , vor den allgemeineil Landtagswahlen im Jahre 1903 aus eine von der antisemitischen Wählerschaft an ihn, als den Landtagskandidaten für Soldin, ergangene Anfrage folgende Erklärung abgegeben hat: „Ich halte die Judensrage für eine der wichtigsten in unserem öffentlichen Leben; ich glaube aber nicht, daß es möglich ist, den Juden, die unter uns leben und alle staatsbürgerlichen Rechte genießen, diese Rechte wieder zu entziehen. Abhilfe wird zu schaffen sein dadurch, daß fremden Juden die Einwanderung nach Deutschland erschwert und die Verleihung des an sie vermieden wird. Ferner wird darauf zu halten sein, daß die Beteiligung der Juden an den öffentlichen Aemtern aus ein Maß beschränkt bleibt, das in richtigem Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl