Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-09-01
- Page
- 506 (sequence 12)
- Language
- German
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506 Im deutschen Reich. Reitling" die Hoffnungen zu verhöhnen gesucht, die angeblich von jüdischer Seite in bezug auf die endliche Gleichberechtigung der Juden an die Gründung des Hansabundes geknüpft werden. Das Organ des „Bundes der Landwirte" deutet an, daß die deutschen Juden dem Hansabunde „den wirtschaftlichen Ertrag ihrer Arbeitskraft und Intelligenz" lediglich zur Verfügung stellen, um dadurch im deutschen Reiche ihre endliche Gleichberechtigung zu erlangen. Es beurteilt uns dabei nach seinen eigenen agrarischen Begriffen. Die deutschen Juden sind aber idealer angelegt als die ostelbischen Hintermänner der „Deutschen Tageszeitung", die für Schnaps-Liebesgaben und andere derartige Geschenke ihre früheren Bedenken gegen ultramontane Ansprüche und das Ueberhandnehmen des Polentums in den Ostmarken fallen ließen. Wenn opferwillige Juden neue Organisationen unterstützen, die den gefährlichsten Schädigern unseres Staats- und Gesellschaftslebens — dazu gehören doch wohl einige gute Freunde der „Deutschen Tageszeitung" — das traurige Handwerk zu legen suchen, dann üben sie einfach ihre Pflicht als deutsche Staatsbürger, ohne Ansprüche auf Gegenleistungen zu erheben. Die endliche wirkliche Gleichberechtigung erwarten sie nicht nur von dem Gerechtigkeitssinn einer Vertretung des deutschen Volkes, sie hoffen auch, daß die Regierung zu der Einsicht kommen werde, daß sie bei vorurteilsloser Benutzung der jüdischen Arbeitskraft und Intelligenz weit besser fahren würde als bei der Besetzung der Aemter unter tunlichster Anlehnung au das unhaltbare Prinzip des „Christlichen Staats". Wenn in irgendeinem Lande die leitenden Kreise der christlichen Religion hohe Wertschätzung zollen, ist dies doch wohl in England und Amerika der Fall. Das hat trotzdem nicht verhindert, daß britische und amerikanische Staatsbürger jüdischen Glaubens in England und den britischen Kolonien im Staatsdienste Verwendung finden, nicht weil sie Juden, sondern obgleich sie Juden sind, nicht aus Rücksichten ans das Judentum, sondern in egen ihrer persönlichen Tüchtigkeit und Nützlich-