Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- Wissenschaftlicher Antisemitismus
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 474 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316779-2316786--19368-2342025- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
474 Im deutschen Reich. MissenfchafLLrcher AntisenriLisnrrrs. In dem Werke von F e l i x R o s e n: „Eine denk s ch e G e s a n d L s ch a f t i n A b e s s i n i e n ", Verlag von Beit & Co. in Leipzig, 1907, befindet sich eine Schilderung über die abessinischen Inden (Falascha), in welcher folgendes ausgeführt wird: „Wenn wir aber auch nicht wissen, wann dies Völkchen die jüdische Religion angenommen hat, so steht doch fest, daß sie keine Juden im ethnographischen Sinne, also auch keine Semiten sind. Vielmehr gehören sie zu der älteren hamitischen- Bevölkerung des abessinischen Hochlandes, welche durch die Invasion der Semiten zurückgedrängt wurde, und sind nächst--- verwandt mit den Ackerbau treibenden Agau. Es ist sehr bemerkenswert, daß in Abessinien die Juden a ls H an dw nier p r odnktiv ar b eiten, die C h r i st e n n i ch t: letztere sind eben Semite n , die, wie die Juden bei u n s , anderen die schasse n d e Arbeit überlasse n." Der Verfasser, Professor Felix Rosen, sollte als Lehrer der Naturwissenschaften sich wenigstens einen so klaren Blick bewahrt haben, daß er das einfältigste und längst widerlegte Parteigeschwätz nicht ohne weiteres nachdruckt. Wenn man einen derartig schweren und vernichtenden Vorwurf gegen eine Volksklasse erhebt, sollte man sich doch wenigstens darüber klar sein, was inan eigentlich sagen will. Was versteht denn Herr Professor Rosen unter „schaffender Arbeit"? Glaubt er immer noch, daß der Apotheker, der die Pillen macht, „schaffende Arbeit" leistet, während der Arzt, der sie nur verschreibt, „unproduktiv" ist? ^o^fotilexung jüdischer ^ant'beamten. In der „Berliner Börsenzeitnng" vom 5. Juni Befanden sich zwei Inserate, die deutlich beweisen, daß in den Bankinstituten dieselbe Boykottierung jüdischer Beamten überhand nimmt wie die der jüdischen Assistenten bei den Apothekern und Zahnärzten. Eine „Rheinische Großbank sucht zum baldigen Antritt mehrere jüngere Beamte christlicher Konfession." Ferner wird für ein „Bank-