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Im deutschen Reich · 1909-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1909) · p. 466

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1909)
Article
[Ohne Titel]
Date
1909-07-01
Page
466 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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466 Im deutschen Reich. Dr. Siegmund Frankel, beraubte unseren Verein um ein Mitglied, dessen Tod für die Wissenschaft einen großen Verlust bedeutet, von den jüdischen Kreisen aber noch ganz besonders schmerzlich empfunden wird. Dieser bedeutende Gelehrte, der über 25 Jahre dem Lehrkörper der Breslauer Universität angehört und. in den Fachkreisen hochgeschätzte Schriften verfaßt hat, bewährte als Sohn eines Rabbiners in Rybnik sich stets als ein streng religiöser Jude und hat als solcher auch dem Central-Verein bis zuletzt treue Anhänglichkeit bewahrt. — Bor einigen Tagen verschied hier in Berlin Herr Rentier Moritz Zadek aus Posen, der einer der ersten Herren war, die im Jahre 1894 sich dein Central-Verein als Mitglied anschlossen. Der Sohn dieses treuen Mitgliedes, Herr Julius Zadek in Charlottenburg, hat in pietätvoller Weise das Andenken seines Vaters, der dem Central-Verein 15 Jahre die Treue bewahrte, dadurch geehrt, daß er unsere Bestrebungen durch eine freiwillige Spende von 50 Mk. gefördert hat, für die wir auch an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank ausdrückeu. * ' * Briefkasten. O. w., Berlin. Wir wissen nicht, ob der Verein für Berliner Stadt Mission allgemein seine dringende Bitte um Beiträge an Juden versendet oder nur an solche, die keine alttestamentlichen Namen führen. Daß Sie über die Zusendung nicht erfreut waren, ist begreiflich; wir zweifeln aber daran, daß dabei Bekehrungszwecke verfolgt wurden; denn der Jammer über „die Zerrüttung der Ehen", die Verwüstungen des Trunkes usw. wird kaum einen Juden zum Uebertritt anreizen, selbst Christen vielleicht zweifelhaft machen, ob die geschilderten beklagenswerten Zustände auf dem von der Stadtmission eingeschlagenen Wege zu bessern sind. In dem Zirkular heißt es: „Die Zerrüttung der Ehen nimmt zu. Die Zahl der Ehescheidungen steigt. Die eheverlassenen Frauen zählen nach Tausenden. Wo soll dann die rechte Erziehung Herkommen? Ein Witwer mit erwachsenen Kindern heiratete in zweiter Ehe eine Jüdin. Er hat eingewilligt, daß ein Sohn dieser Ehe „jüdisch g e t a u f i" werde. Jetzt

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