Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- Helsingfors
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 453 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten. 453 in Finnland geborenen oder seit mindestens zehn Jahren wohnhaften Inden die Gleichberechtigung zu gewähren, zur Begutachtung unterbreitet. Jetzt sind die Antworten sämtlich eingegangen. Aus den Städten, in denen die Altfinnen die Mehrheit bilden, ist man gegen diesen Plan, weil nach der Meinung der betreffenden Stadtverwaltungen die Finnländer mit den Juden auf wirtschaftlichem Gebiete nicht konkurrieren könnten und die rechtliche Gleichstellung der Juden in Finnland einen unerwünschten Massenzuzug von Juden aus Rußland zur Folge haben würde. Diese Verwaltungen raten deshalb, nicht den Juden den Aufenthalt im 'Lande zu verbieten, aber ihnen vorläufig keine rechtliche Gleichstellung zu gewähren. Die Selbstverwaltungen der Städte, in denen die Sozialisten die Mehrheit bilden, fordern dagegen die sofortige rechtliche Gleichstellung der Juden. Der Senat neigt dazu, jeder Lokalverwältung selbst die Bestimmung darüber zu überlassen, ob sie den Juden in ihrem Ort das Wohnrecht gewähren will oder nicht. m - Uereinsrmchrichlen. — Der an dieser Stelle unserer Zeitschrift dem am 21. Mai dahingeschiedeneuVorstandsmitglied,Herrn Geh. Reg.-Rat Prof, vr. A. Pinn er, gewidmete Nachruf konnte bei dem unmittelbar bevorstehenden Abschluß des betreffenden Heftes nicht die Empfindungen erschöpfen, die dieser schmerzliche Verlust eines der verdientesten und beliebtesten Mitbegründer unseres Vereins in unserem Kreise wachgerufen hat. Der Entschlafene hat für die Wissenschaft, für das Judentum und aus vielen Gebieten humanitärer Bestrebungen so Bedeutendes geleistet, daß es uns ein Herzensbedürfnis ist, seiner Verdienste noch einmal zu gedenken und uns seines Lebens gang es zu erinnern. Im Jahre 1842 zu Wronke in der Provinz Posen geboren, erhielt Adolf Pinner später seine Vorbildung auf dem Gymnasium in Glogau, besuchte dann in Breslau das Rabbinerseminar, vertauschte aber später das Studium der Theologie mit bem der Naturwissenschaften. Nachdem er 3867 promoviert, habilitierte er sich bald darauf als Privatdozent an der