Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 447 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 447 „Bundes der Landwirte": „Kammerherr v. Wangenheim in Gotha hatte in der „Thür. Landesztg." einen Artikel gegen G ü t er s ch l ä ch t e r e i e n veröffentlicht und einen solchen Güterschlächter mit dem Buchstaben L. bezeichnet. Güterhändler Lehmann in Magdeburg mußte das auf sich beziehen und klagte. Vor Gericht suchte sich Herr v. W. mit der Behauptung herauszureden, er habe L. nicht gemeint, sondern einen unbestimmten Levi. Das Gericht ließ sich auf diesen Trick nicht ein, sondern verurteilte Herrn v. W. zu 300 Mark. Wir kennen Juden, die es für anständig halten würden, sich in solchen Fällen zu ihren Angriffen und Absichten zu bekennen. Herr v. W. hat einen anderen Moralbegriff." (—) Allenstein, 1. Juni. Dem um den ostpreußischen Synagogen-Verband und dessen Institutionen, aber auch um das Krieger-Vereins- und Sanitätskolonnenwesen hochverdienten hiesigen Praktischen Arzt, Herrn Sanitätsrat Dr. Kamnitzer, ist der rote Adlerorden 4. Klasse dieser Tage durch den Regierungspräsidenten v. Hellmann überreicht worden. O ßxanffnxt cr. Al., 11. Juni. Der hier kürzlich versammelt gewesene akademische Freibundstag der Studentinnen hat in einer scharfen Resolution sein Bedauern über die kürzlich in Berlin erfolgte Abschwenkung 'deiner reaktionären Frauengruppe und zugleich die Hoffnung ausgedrückt, daß dieses Beispiel an anderen Universitäten keine Nachfolge finden möge. Der „Verein studierender F raue n" hatte nämlich vor einiger Zeit von dem antisemitischen „Verein deutscher Studenten" eine Einladung angenommen, von der die jüdischen Mitglieder des Studentinnenvereins ausdrücklich ausgeschlossen waren. Dies erregte im Verein selbst einen derartigen Unwillen, daß der Vorstand sein Amt niederlegte, aber einen neuen Verein, den „D e u t s ch - a k a d e m i s ch e n F raue n b u n d" auf „ch ristlich-national er" (d. h. wohl antisemitischer) Grundlage gründete. Von freisinniger Seite wurde hierzu bemerkt: „Peinlich muß dieser Vorfall alle berühren, die dem Fortschritt der Frauenbewegung mit Sympathie folgen. Jedenfalls ist nicht recht einzusehen, welches Interesse die besagte Frauen-