Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-07-01
- Page
- 440 (sequence 2)
- Language
- German
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440 Im deutschen Reich. Großloge der Bnai-Brith-Logen Vorbehalten bleiben, tatkräftig für diesen Zusammenschluß der jüdischen Jugend-Vereine vorzugehen, wozu sie als eine nichtpolitische Organisation in 'erster Reihe befähigt erschien. Die Großloge hat dies in dankenswerter Weise getan, nachdem bereits einzelne Vertreter der Loge vorher in unserer Delegierten-Bersammlung im Februar d. I. überzeugend dargelegt hatten, daß sie dazu bereit und vorzugsweise berufen sei, eine Förderung der Jugend-Vereine durch den Central-Verein jedoch als durchaus wünschenswert erachte. Nach langen, mitunter stürmischen Verhandlungen ist am Pfingstsonntage die Konstituierung des Verbandes der jüdischen Jugend-Vereine Deutschlands in einer Tagung von Vertretern von etwa 50 Vereinen aus allen Teilen Deutschlands zustandegekommen. Namens der Großloge erösfnete Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Maretzki die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der er den Wunsch der Loge betonte, den Verband zu schassen und zu fördern, seine Selbständigkeit aber durch keinerlei Bevormundung zu beeinträchtigen. Nachdem das Bureau gebildet worden war und Herr Dr. Apfel-Cöln den Vorsitz übernommen hatte, begrüßte Herr Professor Dr. Philippson die Jugend-Vereine im Namen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Sodann sprach Herr Professor Dr. Blumenthal als Vertreter des Vorstandes des Central-Vereins. Er überbrachte dessen herzliche Grüße den Jugend-Vereinen, an deren Bildung er stets das lebhafteste Interesse bekundet und die er gern gefördert habe, wie er dies auch künftig zu tun gedenke. Daran schlossen sich Begrüßungen durch Vertreter des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Liteteratur und des studentischen „Bund es jüdischer Korporationen". Im Verlaufe der weiteren Verhandlung betonte Herr Dr. Apfel-Cöln, daß man schon vor drei Jahren in Cöln, Frankfurt und Braunschweig die Absicht gehabt habe, den Gedanken des Verbandes zu verwirklichen, als dessen Hauptzweck er bezeichnete: Gegenseitige Hilfe, Austausch von Erfahrungen, Austausch der Meinungen über Erziehungsfragen. Ueber die Mitwirkung der Groß-