Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- Emil Lehmann, Gesammelte Schriften [Rezension]
- Date
- 1909-06-01
- Page
- 392 (sequence 2)
- Language
- German
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392 Im deutschen Reich. treue, gelten, das Ueberläufertum brandmarken und mit der Begeisterung für den sittlichen Wert des Judentums die innigste Liebe zu dem deutschen Vaterlande harmonisch verbinden wollen und den deutschen I u d e n e i n e n S ch a tz hinter lassen, dessen Wert sicher ein bleibender ist. Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, haben seine Freunde und Verehrer bereits vor neun Jahren durch die Veröffentlichung seiner „Gesammelten Schriften" nicht nur sein Andenken zu ehren, sondern auch das der Vergessenheit zu entreißen gesucht, woran sie sich selbst in trüben und schönen Stunden erbaut haben. Die damalige Ausgabe, an der der Schreiber dieser Zeilen beteiligt war, ist langst vergriffen. In dankenswerter Weise haben nun nach iteurt Jahren seine Kinder, Herr Rechtsanwalt Johannes Lehmann in Dresden und der Kgl. Amtsrat Siegfried H epne r und seine Gemahlin, F r a u B e t t y Hepner g e b. Lehmann, auf Schloß Guttentag, eine zweite Auslage der gesammelten Schriften Emil Lehmanns herausgegeben, der wir die weiteste Verbreitung wünschen, weil das, was in diesen: Bande vereinigt ist, einen wahren Hausschatz bilden kann für jüdische Familien, die den Wunsch hegen, ihre Kinder zu treuen deutschen Staatsbürgern und glaubenstreuen Juden heranreifen zu sehen. Diesem Ziele galt Emil Lehmanns Wirken, galten seine Werke. Uns aber war er noch mehr als Anderen. Als er am 27. September 1898 im Central-Berein den Vortrag „Der Deutsche jüdischen Bekenntnisses" hielt, stand er gleichsam an der Wiege unseres Vereins und widmete ihm als Patengeschenk das Wort: „Wir fordern n u r Gerechtigkeit, treu d e u t s ch u n d jüdisch a l l e z e i t." In einer Reihe von überaus wertvollen Beitrügen wirkte er als Mitarbeiter unserer Bereinszeitschrift „Im deutschen Reich"; seine letzte literarische Leistung „Offener Brief an Herrn Professor Friedrich Paulsen" wurde im Dezember 1897 in dieser Zeitschrift veröffentlicht und dieser „Schwanengesang" ist das Treffendste, was jemals gegen beit „Religionswechsel aus materiellen Gründen" gesagt worden ist. In der zweiten Ausgabe der Lehmannschen Schriften sind einige in der ersten Auflage enthaltene Arbeiten, die bei den jetzigen Zeitverhältnissen für die Allgemeinheit weniger Interesse haben, weggelassen, dafür aber