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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 388

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
[Ohne Titel] / -tz-
Date
1909-06-01
Page
388 (sequence 9)
Language
German
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388 Im deutschen Reich. Kriefkaste«. G. K., ^erlitt. Bei der Beratung des Etats des Kultusministeriums Ware noch Manches vorzubringen gewesen, aber mit Rücksicht darauf, daß das Ressort zurzeit verwaist war, schien eine gewisse Zurückhaltung um so mehr geboten, als gerade an dieser Stelle sich erst zeigen muß, ob ein Systemwechsel möglich ist. Dem Ministerialdirektor ist vor der Hand genug gesagt worden. Der Abg. Eickhoff von der freisinnigen Volkspartei erklärte z. B. am 14. Mai kurz und bündig: „Das Vorgehen des Ministers in den Fallen Brandau und Kimpel ist eine Ketzerriecherei. Wenn ein Lehrer den Sozialismus der Ditmnten, den Antisemitismus niedriger e i n s ch ä tz t als die Sozialdemokratie, so kann man das doch wohl verstehen/' S. B., Berlin. „Nach Ulmo kommt Mar ix. Mag nun Dreyfus für irgendeine Macht spioniert haben oder nicht — lUtno tat Verräterdienst, Marix ließ sich bestechen." So schreibt die „olle ehrliche" „Staatsbürger- Zeitung" und bleibt damit ihrer antisemitischen Kampfesweise treu. Sie weiß, daß sie Dreyfus und den Juden abscheulich mitgespielt hat, aber sie hält es mit ihrer frommen Wahrhaftigkeit und germanischen Treue für vereinbar, das Märchen vom Verräter weiterzuspinnen. Ulmo ist zwar das Kind jüdischer Eltern, aber getauft und hat eine christliche Erziehung genossen. Der Fall Marix ist noch nicht vollständig geklärt, aber das tut nichts. Wer von Juden stammt, der gilt der „Staatsbürger-Zeitung" als schuldig. Das bringt ihr Geschäft so mit sich! M. A., Berlin. Nachdem die „Staatsbürger-Zeitung" systematisch in langen Artikeln das Kaufhaus und besonders dessen Unternehmer weidlich heruntergemacht hat, veröffentlicht sie auf der letzten Seite der Nummer Dom 20. Mai ein die halbe Seite füllendes Inserat des Passage-Kaufhauses. Das charakterfeste Blatt wird voraussichtlich auch künftig die fetten Inserate dieses Unternehmens nicht verschmähen und Gnade für Recht in dessen Beurteilung ergehen lassen. B. H., Berlin. Wir sind Ihnen für die geft. Ueber-

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