Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- München
- Date
- 1909-06-01
- Page
- 380 (sequence 2)
- Language
- German
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380 Im deutschen Reich. „D i e V er j u d u n g d e s A e r z t e st an d e s" überschriebenen Notiz gesagt: „Wie drohend in den Großstädten die Gefahr der Verjudung unserer gelehrten Berufe ist, geht wieder einmal hervor aus der letzten Vorstandswahl im Geschäftsausschuß der ärztlichen Standesvereine in Berlin. Mit Ausnahme des zweiten Schriftführers sind die Mitglieder des Vorstandes wie des gemeinsamen Ehrenrates, der wirtschaftlichen Kommission, des Auskunftsbureaus, der Kurortkommission und der Delegierten zur Wilhelm-Augusta-SLiftung wie zum Centralkomitee für das ärztliche Fortbildungsschulwesen in Preußen sämtlich Juden. Das Organ der Gesellschaft, die „Berliner Aerztekorrespondenz", sollte daher eigentlich im jüdischen Jargon erscheinen." — Derartige Aeußerungen sollten nicht unwidersprochen bleiben. Das „Deutsche Volksblatt" Hütte, wenn ihm daran gelegen gewesen wäre, der Wahrheit die Ehre zu geben, hinzufügen müssen, daß leider das antisemitische Gift ein ganz anderes Resultat gezeitigt hat, nämlich daß jetzt eine ganze Reihe ärztlicher Vereine in Berlin gar keine oder nur vereinzelte jüdische Mitglieder zählt. Sämtliche Mitglieder des Geschäftsausschusses des Berliner Aerztevereinsbundes, also auch die des Vorstandes des gemeinsamen Ehrenrates, sind ohne Ausnahme Christen. Die „Berliner Aerztekorrespondenz" darf also zweifellos mit Genehmigung des antisemitischen „Deutschen Volksblattes" in München auch weiter ohne „jüdischen Jargon" erscheinen, wenn sie auch hoffentlich den „Jargon des Münchener Antisemitenblattes" nie erreichen wird. Uerems«achrich1e«. — Auch in diesem Jahre hat Frau Direktor Or. M i n d e n a m 25. Mai, b e m Todestage unseres im rnerwähr enden V e r e i n s m i t g l i e d e s , Herrn Albert H i r s ch l a n d , dem von ihr z u seinem Gedächtnis begründeten Fonds für Rechtsschutzzwecke tausend Mark überwiesen und damit wiederum durch diesen Akt der Pietät die Bestrebungen des Central-Vereins in großmütiger Weise gefördert.