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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 379

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Braunschweig
Date
1909-06-01
Page
379 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 379 Jugendbundes", Herr Referendar Regensburger, dessen in der Delegiertenversammlung des Central-Vereins in Berlin um 21. Februar d. I. gehaltener 'zündender Vortrag über die „Organisation der jüdischen Jugend" in dieser Zeitschrift wiedergegeben worden ist, hat am 9. März d. I. in einer Braunschweiger Versammlung des Jugendbundes einen Bericht über die Delegierten-Versammlung des Central-Vereins erstattet und dadurch die Vereinssache erheblich gefördert. Wenn der Central-Verein jetzt in Braunschweig über 60 Einzelmitglieder zählt, seine dortige Mitgliederzahl sich demnach im Lause eines Jahres verdoppelt hat, ist dies wesentlich dem Eifer des Herrn Referendar Regensburger für unsere Bestrebungen zu danken. Q 10. Mai. Bei dem Bau der neuen Synagoge, bei dem Herr Architekt Rüter vor einigen Jahren als technischer Berater wirkte, wurde für seine Leistung eine Vergütung von 800 Mk. vereinbart. Nachdem die Gemeinde in drei Raten Herrn Rüter 650 Mk. bezahlt hatte, stellte sich aber heraus, daß der inzwischen nach Bozen verzogene Architekt an der Synagoge ein Gitter hatte anbringen lassen, ohne vorher die Zustimmung des Vorstandes der Gemeinde und die polizeiliche Genehmigung einzuholen. Dieses Gitter, welches die polizeiliche Genehmigung nie gefunden hätte, mußte entfernt und durch ein anderes ersetzt werden. Dies veranlaßte den Gemeindevorstand, die Bezahlung der restlichen 150 Mk. zu verweigern und, als Herr Rüter die Gemeinde um diese 150 Mk. mahnte, die Bezahlung abzulehnen. Darauf schrieb Herr Rüter, das wäre so die rechte Art, erst feilschen und dann noch 150 M. abziehen; er setzte dann wörtlich hinzu: „Fürwahr, meine Herren, Sie sind tüchtige Rechenmeister, aber echt jüdische." Am 16. April dieses Jahres ist Herr Architekt Rüter, früher in Zerbst, jetzt in Bozen, in der von den Vorstandsmitgliedern der hiesigen Israelitischen Kultusgemeinde wegen jenes Briefes erhobenen Privatklage, und zwar insbesondere wegen des Schlußsatzes, vom Schöffengericht Zerbst zu 20 Mk. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten verurteilt worden. Q München, 6. Mai. Das von dem antisemitischen Parteiführer L. W e n g g heraus gegebene „D euts ch e Dolksblatt" hat in der Nr. 14 des lausenden Jahrganges in einer

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