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Im deutschen Reich · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. 357

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Ist der Plattfuß eine Rasseneigentümlichkeit?
Date
1909-06-01
Page
357 (sequence 4)
Language
German
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Ist der Plattfuß eine Rasseneigentümlichkeit? 357 Hierin liegt der Schlüssel der ganzen Frage. Bei ausreichender Schonung des Fußest bei Verhüten der Ueberlastung, bei richtiger Inanspruchnahme wird die Entstehung der Plattfüße verhütet werden können. Die Merkblätter, welche Verfasser auf Veranlassung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege herausgegeben hat, dürften ein gutes Mittel der Bekämpfung bilden. Ein Brückenpfeiler, der durch zu starke oder falsche Belastung dauernd in Anspruch genommen wird, biegt sich durch oder wird zur Seite umgelegt; genau so geschieht es auch beim Fuße, der in Plattfußstellung gerät. Erfahrungsgemäß gelingt es in Familien, deren Mitglieder Plattfuß hatten, bei dein neu Heranwachsenden Geschlechte durch geeignete ärztliche Maßnahmen die Entstehung des Plattfußes Zu verhüten. Umgekehrt zeigt sich auch in altadligen Familien, die ihren Stammbaum weit zurück verfolgen können, plötzlich der Plattfuß bei der jungen Generation — auch hier lediglich infolge falscher Inanspruchnahme der Füße und zu geringer Schonung.; Zahlenmäßigen Aufschluß über dieses Verschwinden und plötzliches Auftreten dürften die von Dr. Czellitzer-Berlin aufgestellten Sippschaftstafeln durch Aufnahme der Rubrik „Plattfuß" ergeben. Noch wertvoller als alle bisherigen Ausführungen gegenüber der Behauptung, daß der Plattfuß eine Rasseneigen- Lümlichkeit sei, sind aber die Zahlen, welche bei der Aushebung zum Militärdienst gefunden sind. Durch das Entgegenkommen des preußischen Kriegsministeriums war Verfasser in die Lage gekommen, statistisches Material für die Plattfußfrage und ihre Bedeutung für Armee und Vaterland zu sammeln, und im Vergleiche mit anderen Zahlen aus der Schweiz, Oesterreich und anderen Ländern zu verarbeiten^. In Preußen werden jedes Jahr ca. 250/09, in Oesterreich und in der Schweiz über ZOOZo dieses Leidens wegen als Militär untauglich ausgeschieden. *) Muskat, Die Verhütung des Plattfußes mit besonderer Berücksichtigung der Wehrfähigkeit (Verlag Mittler, Berlin, Kochstr.).

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