Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Der Verein für Statistik der Juden
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 332 (sequence 3)
- Language
- German
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332 Im deutschen Reich. schehen kann. 'Mit der Veröffentlichung dieser Arbeit wird, abgesehen von einigen kleineren Staaten, wie die Niederlande und die skandinavischen Länder, im großen und ganzen das vorhandene Material vom Gesichtspunkt der Statistik der Juden verarbeitet sein. Für das Bureau für Statistik der Juden eröffnen sich nun drei weitere Aufgaben: zunächst sind die neuen statistischen Angaben für die bereits bearbeiteten Länder fortlaufend zu sammeln und von Zeit zu Zeit zu veröffentlichen. Hier ist vor allem an eine Neubearbeitung der „Juden in Deutschland" zu denken, sobald die Ergebnisse der Berufszählung vom Jahre 1907 zur Veröffentlichung gelangt sind. Eine zweite, schwierigere Aufgabe besteht darin, statistische Erhebungen in jenen Ländern zu veranstalten, deren amtliche Statistik das Religionsbekenntnis gar nicht oder iu ungenügender Weise berücksichtigt, wie Frankreich, England, Belgien, die Schweiz, die Bereinigten Staaten, sowie in den Ländern, die keine amtliche Statistik, wohl aber eine jüdische Bevölkerung besitzen. Es handelt sich hier um Originaterhebungen, die natürlich nur unter Aufwendung großer Mittel in Angriff genommen werden können. An zwei Punkten haben die diesbezüglichen Bemühungen des Vereins eingesetzt. Es schweben Unterhandlungen mit den maßgebenden Körperschaften der Schweiz, um dort eine eingehende Enquete zur Durchführung zu bringen. Seit längerer Zeit wird ferner eine Originalerhebung über die jüdische Bevölkerung in Palästina vorbereitet, die zunächst die Unterrichts- und Erziehungsverhältnisse beleuchten soll. Gingesandt. Der Beschluß des Kuratoriums des Berliner Vieh- und Schlachthofes, wonach vor allen Schlachtungen die Betäubung mittels Stirnschlages zu erfolgen hat, das Schächten aber nach j ü d i s ch - r i t u e l l e m G e b r a u ch ' z u g e - lassen bleibt, ist in der „Berliner Morgenpost" richtig wiedergegeben. Die Bemerkung,' daß ein von sozialdemokratischer Seite gestellter Antrag, auch das Schächten zu verbieten, abgelehnt worden ist, bedarf aber insofern der Er-