Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Ein interessanter Briefwechsel
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 330 (sequence 2)
- Language
- German
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330 Im beutfcfycu Reich. Strafzumessung mar strafmildernd, daß die Angeklagten durch Briefe vom 9. und 10. November 1908 den Privatklägern gegenüber die Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen haben. Die Kostenentscheidung beruht aus § 497 Str.-P.-O. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig geworden. Medizinischer Antisenritrsnrrrs. Qnt Wiener Franz,-Josef-Spital speisen Juden und Arier nicht mehr an eineur Tisch, oluf Veranlassung der Aerzte von vermeintlich arischer Abstammung ist die Trennung vom Tisch durchgeführt worden. Eine spanische Wand teilt den Speisesaal in zwei Räume. Das muß ein trautes Zusammenarbeiten sein! Und wie liebevoll mögen die germanischen Medizinmänner etwaige jüdische Kranke behandeln. . . . & Indizienbeweis. Aus Wien wird geschrieben: Unter dem Szepter des „Herrn von Wien" sind heute antisemitische Späßchen bei offiziellen G e l e g e n h e i t e n einigermaßen verpönt. Das hat eine christlich-soziale Bezirksgroße aus einer der westlichen Vorstädte Wiens, ein gewisser Herr Pelikan, zu seinem Schaden erfahren müssen, falls Frau Fama nicht lügt. Der Herr hatte eine Baukommission zu leiten. Beim Namensaufruf der Beteiligten gab sich die Gelegenheit zu einem fulminanten Witz dank der Anwesenheit eines Interessenten namens K o h n: „Herr Kohn," rief Herr Pelikan, „Ihrem Namen nach, scheint mir, sind Sie ein Jude!" „Herr Pelikan," tönte es zurlick, „Ihrem Namen nach, scheint mir, sind Sie ein Viech!" Die Kommission nahm einen überaus raschen und allgemein befriedigenden Fortgang. * Der Verein für Statistik der Juden. Gelegentlich der jüngst in Berlin stattgehübten Hauptversammlung des Vereins für Statistik der Juden, konnte ein stetiges Fortschreiten dieser Organisation festgestellt werden. Das vom Verein geschaffene Bureau für Statistik der Inden