Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur [Rezension]
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 325 (sequence 2)
- Language
- German
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Büch er s chau. 325 bezug auf die Staatsverwaltung zu fordern, von deren Aemtern. die Juden in Preußen völlig ausgeschlossen sind. In der „Literarischen Jahresrevue", die wieder Karpeles gibt, sind besonders die Ausführungen bemerkenswert, welche das Dahinschwinden des Ansehens der von den Babylonisten ausgestellten Theorien über den Ursprung des israelitischen Monotheismus behandeln. Von den Arbeiten, die aus belletristischem Gebiete erschienen sind, stellt Karpeles Hermanns „Henriette Jaeoby" und Schnitzlers „Weg ins Freie" besonders hoch, gibt aber mit Recht dem ersteren Romane den Vorzug. Die aus dem zweiten abgedruckte Stelle sei .auch hier wiedergegeben: „Es gibt schon Juden, die ich wirklich hasse, als Juden hasse, das sind die, die vor anderen und manchmal auch vor sich selber tun, als wenn sie nicht dazu gehörten. . . . Das sind beinah immer solche Juden, die im Gefühl ihrer eigenen höchst persönlichen Schäbigkeit herumgehen und dafür unbewußt oder bewußt ihre Rasse verantwortlich machen möchten, natürlich hilsds ihnen nicht das geringste." Aus den Aussätzen, die diesen Jahresberichten folgen, sei besonders aus die stimmungsvolle Studie Klemperers über den 1900 verstorbenen Berliner Dichter Ludwig Jaeobowski hingewiesen. Bei aller Anerkennung der Begabung und der Verdienste des zu früh dahingegangenen Poeten lverden die Fehler seines Erstlingswerkes: „Werther, der Jude", namentlich die Ungerechtigkeit, die dieser Roman ln seinen Vorwürfen gegen die ältere jüdische Generation enthält, von dem Biographen nicht verschwiegen. In die Zeit, wo die Juden noch ungestört Landwirtschaft treiben konnten, führt uns der feinsinnige Vortrag von Prof. Lazarus sel. Andenkens über das. Buch Ruth, das^darin als Volksdichtung charakterisiert wird. Neben dem poetischen Werte jenes Idylls werden auch manche kulturhistorische interessante Einzelzüge hervorgehoben, z. B. die Begrüßung der Schnitter durch den Herrn; sie ist typisch für die gute Behandlung der arbeitenden Klassen im alten Israel. Mit der Bibel beschäftigt sich auch der Aufsatz des Geh. Medizinalrats Kornfeld in Essen. Er findet schon in ihr die in der neueren Medizin aufkommende Ansicht herrschend,