Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Dr. Siegfried Lichtenstaedter [Rezension]
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 323 (sequence 2)
- Language
- German
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Büch er sch au. 323 gewordenes Mißtrauen; er empörte sich im Innersten, wenn ein anderer ihm eine Entdeckung vorwegnahm. Dies zeigte sich denn auch in seiner bekannten Polemik mit dem Wiener Semitisten D. H. Müller, die sich geradezu zu persönlicher Gehässigkeit auswuchs. Trotz allem muß man es bedauern, daß Glaser nicht Gelegenheit gegeben wurde, sein reiches Wissen besser zu verwerten. Es ist dadurch ein Leben noch mehr verbittert worden, das auch sonst nicht eben leicht unb glatt verlief. Ilm so mehr ist es auzuerteunen, daß der Berf. wenigstens noch nach dem Tode des Freundes für ihn spricht und ihn der Nachwelt nüherzubringeu sucht. Wir wünschen der Schrift, die sehr anregend geschrieben ist, weite Verbreitung. Gustav Cohn, Berlin. Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und der Neuzeit. Bon G e o r g C a r o. Band 1. Das frühere und das hohe Mittelalter. Leipzig, Buchhandlung Gustav Fock G. m. b. H. 1908. Ein für die Mitglieder unseres Vereins und namentlich die Vorstände der Ortsgruppen außerordentlich wichtiges und notwendiges Buch! Zum Verständnis der heutigen Lage der Inden ist die Kenntnis der Caroschen Arbeit unentbehrlich und für die fruchtbare Betätigung auf jüdischem Gebiete unbedingt erforderlich. Wir sind in einer Reihe von Punkten anderer Anschauung wie der Verfasser, können uns auch nicht in jeder Hinsicht mit der von ihm befolgten Methode befreunden. Erörterungen hierüber gehören jedoch nicht hierher, sondern sind vor.das Forum wissenschaftlicher Fachzeitschriften zu verweisen. Die zu machenden Ausstellungen können indessen den hohen Wert des außerordentlich fleißige:: unb verdienstvollen Werkes in keiner Weise beeinträchtigen. Wir können uns nur den Schlußworten anschließen, die die „Kölnische Zeitung" der Besprechung des Buches widmet: „Vor seinen aktenmäßigen Nachweisen müssen die Schlagworte vom spezifisch-jüdischen Wucher, von der Scheu vor produktiver, handwerksmäßiger oder ackerbaulicher Tätigkeit verschwinden. Die Juden waren in wirtschaftlicher Hinsicht, wenn man nicht einzelne, besonders dafür ausgesuchte Länder, sondern die ganze jüdische Diaspora ins Auge faßt, entweder nicht anders wie ihre Umgebung und in allen Berufen ver-