Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- M., Hamburg
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 319 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten. 319 beide Herren s e h r viel mit jüdischen A e r z L e n und Patienten zu tun haben, sollte nicht unbeachtet bleiben. Wenn alle Juden daraus die nötigen Konsequenzen ziehen würden, dann dürfte dieses Boykottieren tüchtiger jüdischer Kräfte bald aufhören. D. Hamburg. Von Ihrer gefl. Mitteilung, daß der frühere Redakteur der antisemitischen „Deutschen Hochwacht", Th. Hübbe, nicht bei den „Hamburger Neuesten Nachrichten", sondern bei den „Hamburger Nachrichten" untergekommen sei, nehmen wir dankend Kenntnis, ebenso von Ihrer weiteren Aeußerung über das ältere und weit bedeutendere Hamburger Blatt: „Während die „Hamburger Nachrichten" unter der Leitung des alten Hartmeyer, der auch Eigentümer des Blattes war, vorurteilsfrei und liberal geschrieben waren und auch eine Reihe jüdischer Mitarbeiter hatten — ich erinnere nur an Gustav Tuch, Prof. Fels und Feldmann, Paris — sind sie seit dem Tode des alten Hartmeher in das alldeutsch-antisemitische Fahrwasser hineingesteuert. Es ist zu bedauern, daß die Hamburger Juden aus diesem Gesinnungswechsel nicht, die Konsequenzen gezogen haben, dem Blatte ihr Interesse zu entziehen." p. G., München. Das von dem dortigen bekannten Antisemiten L. W e n n g herausgegebene „Deutsche Volksblatt" hat in der Nummer 10 vom 7. März den bekannten evangelischen Theologen Professor D. Dr. Strack, dessen vorurteilslose Stellung dem Judentum gegenüber bekannt ist, in echt antisemitischerweise zum Eideshelfer der Antisemiten zu stempeln gesucht. Herr Wenng nämlich hat aus dem von uns im Januarheft dieser Zeitschrift veröffentlichten Strackschen Artikel „über den Antisemitismus", einige Sätze abgedruckt, die aus dem Zusammenhang gerissen, einen ganz falschen Eindruck machen. Wenng gibt den Satz richtig wieder: „Wenn Juden über die Blutbeschuldigung oder den Talmud schreiben, kann selbst der redlichste Jude den Verdacht auf sich laden, Tatsachen zu verschweigen oder zugunsten seiner Stammesgenossen und seiner Religion schönzufärben." Was aber dann Strack weiter sagt: „Deshalb haben Franz Delitzsch, ich und andere es als ihre Schuldigkeit betrachtet, n a ch zu w e is en, daß manche von den Anti-