Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Th. K., Berlin
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 317 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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33rf e ff elften. 317 Weihnachtsfeste Inserate mit dem Ehristengel dem Antisemitenblatte übermittelte, schien dies der „Staatsbürger-Zeitung" ganz unbedenklich, jetzt erklärt sie: „Von mehreren Seiten werden wir daraus hingewiesen, daß die Firma B a e r S 0 h n, Brückenstraße 11, in ihrer Auslage neben mehreren Wachspuppen im Einsegnungsanzug eine Figur mit Tatar, Barett und Beffchen, einen evangelischen Geistlichen, ausstellt, der einer Puppe segnend die Hand aufs Haupt legt. Man darf gewiß sein, wollte etwa Rudolph Hertzog im Schaufenster eine jüdische Hochzeit darstellen, daß die Polizei in zwölf Stunden eingeschritten wäre." In derselben Nummer befindet sich ein drei Spalten füllendes Inserat der „Nationalbank für Deutschland" mit der Unterschrift eines Direktors, der in dem Blatt wegen seiner jüdischen Abkunft wiederholt angerempelt worden ist. Wer inseriert, bleibt ungeniert! Lst, ^erlitt. Für die gef 1. Uebersendung des Ausschnitts aus der Elektrotechnischen Zeitschrift, Heft <8, 190!), sind wir Ihnen dankbar. Da die Telephondl p p a r a t - F a b r i k von E. Z w i e t u s ch & C o., B e r l i n - E h a r - lottenburg, Salzufer 7, viel an Kaufleute und andere Industrielle Haustelephon- und Klingelanlagen liefert, wird es die jüdische Kundschaft dieser Firma sicher interessieren, daß diese einen jungen Mann christlicher Konfession für ihr kaufmännisches Bureau verlangt, offenbar sich gern jüdische Kunden, aber keine jüdischen Angestellten gefallen läßt. D. G., Vexlirt. Daß Herr H. Leißner durch eine Ankündigung in der „Voss. Ztg." für sein Fleischwaren-Geschäft in der Klosterstraße eine e v a n g e l i s ch e -Kassiererin sucht, dürfte seinen ansehnlichen jüdischen Kundenkreis interessieren. Anscheinend sucht Herr L. jetzt durch evangelische Angestellte Absatz in nichtjüdischen Kreisen. Darin sollten Juden ihn nicht stören! G. M. Berlin. Das betreffende Inserat, das in der „Tägl. Rundschau" vom 7. März enthalten war, lautet: „Evang. Arzt gesucht! Dorf v. 2500 Ew, nahe Ostsee (Vs Std. durch Kgl. Forst), Nachbarort kl. Seebad, wohlhabende, rein ev. Ggd. II. Stelle, best, seit 15 I., 1. Arzt Israelit, bei gr. Kreisen der Bev. kein Vertan Keine fest. Einn., aber mind. 6000 M. erfahrungsgemäß sicher, wenn firm in Geburtshilfe u. Chir., weil darin keine Konkurrenz. Kleinbahn n. Großstadt,