Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- München
- Date
- 1909-05-01
- Page
- 309 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 309 > München, 5. April. Das „Bayerische Vaterland" veröffentlichte kürzlich unter der Ueberschrift „Vom Lech" nachstehenden Bericht: „Ein geistlicher Herr hielt am vergangenen Sonntag im katholischen Gesellenverein Landsberg einen Bortrag über seine Pilgerfahrt nach L ourd es. Aus diesem Bortrag möge'die uns Katholiken überaus schmerzliche Tatsache registriert werden, daß unter den zwanzig großen Verkaufshausern, die in Lourdes mit Devotionalen handeln, nur ein einzige s katholisch ist: die Alliance catholique; die anderen befinden sich in jüdischen Händen. Das ganze Jahr macht sich die jüdische Presse lustig über Heiligenkult, Reliquienverehrung, Devotionalien der Katholiken, und in der Praxis sind selbst unsere verehr u n g s w ü r d i g st e n Heiligenstätten nicht sicher vor diesem elenden Judenfchacher. Etwas mehr Korpsgeist könnte nicht schaden. Dazu tüte not, daß insbesondere die Führer der Pilgerzüge ihren Leuten sagen: Bei jüdischen Firmen kaufen wir keine Devotionalien; wir spotten damit unser selbst." — Die in diesem Bericht enthaltenen Behauptungen sind nichts anderes als eine Wiederholung von ganz unzutreffenden Angaben, die in einer Notiz der „Germania" im August 1906 enthalten waren, und die^ das „Bayerische Vaterland", am 17. August 1906, seinen Lesern als eine Erzählung des Dr. Felix de Baker auftischte. Da diese Notiz damals in mehreren Zentrumsblättern abgedruckt wurde, sandten wir die Nummer.der Berliner „Germania" mit der Bitte um Feststellung des'Sachverhalts an den Maire der Stadt Lourdes, der uns in einem im Septemberhest dieser Zeitschrift vom Jahre 1906 wörtlich abgedruckten französischen Schreiben ausführlich Folgendes amtlich mitteilte: „Die meisten Verkäufer von Rosenkränzen, Statuen, Medaillen usw. sind aus Lourdes." (I n Lourdes w o h n t bekanntlich kein einziger Jude.) „Diese Händler beziehen die von ihnen an Pilger und Touristen verkauften Waren aus Engrosgeschäften und Fabriken, die ihren Sitz in Paris, Lyon, Saumur und Montaut-B-etharram haben. Ich habe noch nie davon Kenntnis erlangt, daß Juden die gewöhnlichen Lieferanten der gedachten K a u f l e u t e sin d." — Damit waren die in dem Münchener „Bayerischen Vaterland" wiederholten, die