Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 126 (sequence 2)
- Language
- German
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126 Im deutschen Reich. nXtebcr mit Bezug auf die Fühlungnahme zu politischen Parteien gehen so weit auseinander, daß eine Klärung uns nur willkommen sein kann. Die Redaktion.) Nicht nur unser deutsches Vaterland beschäftigt sich mit den pöbelhaften Tumulten der Czechen gegen die deutsch sprechenden Mitbürger, sondern auch die ganze Welt wendet sich mit Abscheu von dem Gebaren dieser verrohten Menschen. Da kommt mir ein Ereignis in Erinnerung, bei welchem ich in Salzb u r a der leidende Teil war. — Salzburg ist stolz aus seinen säst ausschließlich deutschen Charakter, und nicht selten kommt es dort zu Ausschreitungen, vornehmlich gegen Czechen und Juden. Als vor einigen Fahren die kleine jüdische Gemeinde mit nicht geringen, pekuniären Opfern einen eigenen Friedhof erwarb und eine kleine Leichenhalle erbaut hatte, wurden sämtliche Fenster derselben von sogenannten „patriotischen" Händen eingeworfen. Nicht anders erging es dem neuen Tempel, dessen Grund und Boden, von einem Privatmann erworben werden mußte, da wohl kein Salzburger Bürger das Terrain zum Ban einer Svnagoae herzugebeu gewagt hätte. — Ich selbst war aus Deutschland nach Salzburg gekommen, um in das bestehende Geschäft eines Verwandten einzutreten. In Salzburg findet, wie in München, aitcfi ein Oktoberfest statt, und in eigens dazu errichteten Restaurationsräumen wird bis spät in die Nacht gezecht. Ich besuchte eines Abends das Fest mit dem Sohne eines seit vielen Jahren ansässigen Salzburger Bürgers und saß mit demselben allein an einem Tisch. Da flog vom gegenüberstehenden Tische, von der Hand eines jungen Mensehen geschleudert, mit Staub vermengtes Konfetti, das von der Erde ausgehoben war, mit den Worten: .,Da hassts, du Saujud!" meinem Begleiter ins Gesicht. — Ich verbat mir derartige Rüpeleien und erklärte, daß ich, wenn ein derartiger Wurf sich wiederholen sollte, den Werfer züchtigen würde. Troß der Warnung wiederholten sich die Würfe mit der gleichen Beleidigung in kurzer Folge, so daß mir nichts übrig blieb, als meine Drohung wahr zu machen, und dem Angreifer eine Ohrfeige zu applizieren. — Der Getroffene flog unter den Tisch und erhob sich mit großem Brüllen: „Ein Jud' hat. mich geschlagen." Das war das Zeichen zu einem gemeinsamen Angriff ans mich. Die tapferen