Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- G. C., Breslau
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 117 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten- 117 ijtu uiräticlj eiu jüdischer junger Manu in Oppeln,, dent es unbekannt war, daß die Verlagsbuchhandlung von Hermann Beyer in Leipzig, Brommepraße 8, der Stapelplatz für die judenfeindlichen Erzeugnisse des bekannten Antisemiten Theodor Fritsch in Leipzig ist, ein Schulbuch „Stechers Erläuterungen zu Schillers Maria Stuart" bejtelit und darin einen jener Zettel von Theodor Fritjch-Leipzig erhalten, die auf beiden Seiten mit den abscheulichen Verleumdungen der antisemitischen T a l m u d a u s z ü g e bedruckt war. Von Herrn Hermann Beyer war nichts anderes zu erwarten als Reklame für seine antisemitischen Ladenhüter. In Oppeln würde aber sicher kein einziger Buchhändler das Stechersche Buch, wenn es wirklich nur von Beyer zu beziehen wäre, mit einem solchen nicht nur Juden, sondern auch jeden anständigen Christen anwidernden Zettel einem Kunden abliefern. M. Hohensalza. Wir sind Ihnen für die gefällige Einsendung des Graudenzer „G eselligen" vom 16. Januar dankbar. Die wenig judenfreundliche Gesinnung des Graudenzer Blattes ist bekannt, aber die mehr „gesellige" als meisterliche Heranziehung der jüdischen Abkunft eines Reflektanten bei dem geplanten Verkauf von'Erdmannsdorf berührt uns nicht. Uns für einen nicht mehr dem Judentum Angehörenden einzusetzen, liegt uns vollständig fern. Ein Zahnarzt aus Frankfurt a. Al. schreibt uns: „In einer Briefkastennotiz der Januarnummer erlogenen Sie ein Inserat aus der Zahnärztlichen Wochenschrift, welches die Vakanz einer Afsistentenstelle zum Inhalt hat, mit der Bedingung „Christ von Abstammung". Leider spielt die Konfession bei diesen Assistentenstellen eine recht große Rolle. Im Laufe der Jahre hat es sich zur Gewohnheit herausgebildet, daß fast jedes Inserat dieser Art die Klammernotiz „Christ" enthält. Im günstigsten Falle wird nur nach der Konfession gefragt, in anderen Fällen, wo keine konfessionelle Bedingung notiert ist, ergibt sich solche zuletzt bei den Verhandlungen. Das Engagement ist fast erledigt, da kommt noch in einem Briese die Schlußfrage nach der Konfession, und der Jude erhält nach drei Tagen den Bescheid, die Stelle wäre leider inzwischen schon besetzt, oder es erfolgt gar keine Antwort mehr. Ja, es gehr jetzt so weit, daß viele Stellen-